Wohin des Geldes?

Der Blick heult letzte Woche: “Schlechte Zeiten für die Anleger – Vor einem Jahr fragte BLICK die grössten Schweizer Banken, wo das Geld am besten investiert ist.”

Die Auswertung belegt deutlich: Auf den Rat der Banken kann man getrost verzichten, v.a. wenn es um Ratschläge für Retailkunden geht. Die CHF 10’000 aus dem Beispiel haben praktisch nichts (beste Rendite 1,2%, schlechteste Rendite -20.0%) an Wert zugelegt. Mit der anziehenden (aber verheimlichten) Inflation schmilzt auch der kleine Gewinn noch dahin. Real haben die Retailkunden bei allen vier Banken rückwärts gemacht. Continue reading

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Im Land des negativen Reziprokwerts*

Was in den letzten Tagen und Wochen in der Schweiz abgeht, lässt mich erschaudern und am Erfolgsmodell Schweiz zweifeln.

Obschon die Geld- und Währungspolitik ein hochsensibler Bereich mit grossen, langfristigen Implikationen (Inflation, Wert der Renten, Zinsniveau) ist, glauben nun alle die Leistungen des Ex-Nationalbank Chefs aufgrund ein paar wattigweichen Berichten beurteilen zu können. Journalisten, die bisher kaum ein Wort eines Communiqués der SNB verstanden oder die Bilanz der Notenbank lesen können, wissen nun genau, dass die Leistung der SNB in den vergangenen Jahren hervorragend war. Wo bitte bleibt der Leistungsausweis und die fundierte Ausbildung zu diesem Thema dieser Damen und Herren, dass sie uns so etwas ins Ohr flüstern dürfen?! Mit Verlaub: Das widert mich an!  Continue reading

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Die Auftragsanalyse zur SNB

Der Auftrag der SNB wird u.a. in der Verfassung und im Nationalbankgesetz festgeschrieben. Die SNB fasst den Auftrag in ihrem Kurzportrait wie folgt zusammen (Seite 4):

Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik des Landes. Ihr Auftrag lautet, die Geld- und Währungspolitik so zu gestalten, dass das Geld seinen Wert behält und sich die Volkswirtschaft angemessen entwickeln kann. Dieser Auftrag ist in der Verfassung und im Nationalbankgesetz verankert. Art. 99 der Bundesverfassung verpflichtet die SNB, als unabhängige Zentralbank eine Geld- und Währungspolitik zu führen, die dem Gesamtinteresse des Landes dient. Im Nationalbankgesetz (Art. 5 Abs. 1) wird dieser Auftrag präzisiert: Die Nationalbank «gewährleistet die Preisstabilität. Dabei trägt sie der konjunkturellen Entwicklung Rechnung.

Machen wir uns also an eine “Auftragsanalyse”: Continue reading

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EZB Präsidenten und ihre Namen

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Namen der EZB Präsidenten durchaus eine weitere Bedeutung haben können? Ich bin zwar kein Sprachwissenschaftler, aber ein paar Dinge fallen da schon auf:

  • Wim Duisenberg: Das tönt doch nach einem Überflieger… Als zweites kommt mir die Verwandtschaft mit der deutschen Stadt ‘Duisburg‘ in den Sinn. Über den Namen steht da: “Die erste Silbe des Namens der Stadt soll auf das germanische „dheus“ zurückgehen, was so viel wie „feuchtes Gebiet“ oder „Überschwemmungsgebiet“ bedeutet. Continue reading
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Verzerrtes oekonomisches Weltbild der SNB

Selbstverständlich müssen die neuen Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung der SNB auch etwas zu tun haben. Schliesslich will man Politik und Volk von der Richtigkeit des ökonomischen Weltbildes der SNB überzeugen. Wie sehr jedoch dieses Bild von der Realität entfernt ist, kann man im neuen Kurzportrait der SNB nachlesen. Doch zuerst ein Blick auf die aktuelle Nachricht aus dem finanzpolitischen Zentrum der Macht:

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Really bad times in sight?

In allen schlechten Zeiten nutzten einige Gruppierungen die Sorgen ihrer Wähler schamlos für ihre eigene Zwecke aus – ganz nach dem Grundsatz “Never Miss the Opportunity of a Good Crisis!”

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Zersiedelung der Parteilandschaft

Die Schweiz hat wieder einmal gewählt. Die Gewinner standen bereits vor den Wahlen fest (BDP und GLP), die Verlierer teilweise auch (FDP). Doch was heisst das nun für die nächsten vier Jahre? Ich wage mich auch ins Lager der Politologen… Continue reading

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Reguliertes Abzocken

Bei welchen Gütern langt der Staat eigentlich so richtig zu?

  • Benzin/Oel/Energie (fast 75% des Preises an der Zapfsäule fliesst in die Bundeskasse, CO2-Abgabe, Ausschüttungen von staatlich gehaltenen Energieunternehmen, …)
  • Tabak/Alkohol (siehe Tabaksteuer, Alkoholsteuer)
  • Auto/Verkehr (siehe Automobilsteuer)
  • Medien (siehe byebyebillag / gebührenmonster)
  • Obligatorische Krankenversicherung (…)

Und welches sind Produkte, die massiv reguliert werden? Continue reading

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Stresstest im Rückspiegel

Die Fakten sprechen für sich…

Dexia besteht den EU-Stresstest
26.07.10 – Dexia […] hat erfolgreich an dem EU-weiten Stresstest 2010 teilgenommen. Dieser wurde vom Europäischen Ausschuss der Bankenaufsichtsbehörden (Committee of European Banking Supervisors – CEBS) koordiniert. Der Stresstest überprüft die Widerstandsfähigkeit der Banken. Entscheidend dabei ist die Kernkapitalquote (Tier 1), die die Risikotragfähigkeit eines Instituts misst.

Der Stresstest ergänzt die Verfahren zum Risikomanagement und die regelmäßigen Stresstestprogramme der Dexia im Rahmen der Säule 2 von Basel II sowie der Anforderungen der Bankenrichtlinie (Capital Requirements Directive – CRD).

Gemäß den von CEBS definierten Parametern für ein Stressszenario würde sich die Kernkapitalquote auf 11,2% im Jahr 2011 ändern – gegenüber 12,3% per Ende 2009. In einem weiteren Stressszenario, das auch eventuelle Verluste von Staatsanleihen berücksichtigt, würde die Kernkapitalquote 10,9% betragen. Somit bleibt die Tier 1-Quote der Dexia in beiden Szenarien oberhalb der CEBS-Anforderung von 6%.

Quelle: denizbank.at

Applaus!!

Euro-Krise: Bank Dexia wird verstaatlicht
Erstes Opfer der Euro-Krise: Die belgische Bank Dexia war mit ihrem Griechenland-Engagement arg in Schieflage geraten – und wird jetzt verstaatlicht. […]

Das belgische Geschäft der Dexia übernimmt für vier Milliarden Euro die Regierung in Brüssel. Das teilte der amtierende Ministerpräsident Yves Leterme in der Nacht zum Montag mit. Die gesamte Bank werde Staatsgarantien in Höhe von 90 Milliarden Euro von Belgien, Frankreich und Luxemburg erhalten. Davon werde Belgien 60,5 Prozent aufbringen. Der Verwaltungsrat des Instituts stimmte diesem Rettungsplan zu. Dexia ist damit das erste Opfer der Euro-Krise. Wichtig ist das Institut vor allem als langfristiger Financier französischer Kommunen. […]

Nach der angekündigten Rettung der Bank bemüht sich Frankreich um beruhigende Signale. Finanzminister François Baroin sagte, er glaube nicht, dass noch weitere Institute vor dem Kollaps bewahrt werden müssen. “Auf jeden Fall keine französischen”, fügte er hinzu. Frankreichs Garantien für Dexia würden keine Auswirkungen auf den Schuldenstand oder die Kreditwürdigkeit des Landes haben.

Quelle: heute.de, 10.10.2011

Nein, nein… Das sind ja alles Kredite und keine Schulden! Und Kredite werden ja immer zu pari zurückbezahlt…

Die Konzentration der Kreditgeber schreitet weiter voran. Nun ist also Frankreich auch noch für die Verpflichtungen seiner Kommunen verantwortlich. Was passiert wohl, wenn auch diese implodieren? bonne nuit!

Never trust the government!

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Die Printministerin

Der Beitrag in der NZZ ist zwar schon ein paar Tage alt, aber die Aussage vermag auch heute noch zu Stirnrunzeln führen.

“Die Printmedien sollten sich nach Ansicht von Bundesrätin Doris Leuthard mit Analysen und Hintergrundberichten profilieren. Sie rät den Verlegern, sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Printmedien stärken könne. Die Printmedien hätten eine Zukunft – auch wenn die Online-Leserschaft zunehme.”

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