Eine ökonomische Bilanz 12 Jahre nach der Gold-Initiative

Im November 2014 lehnte die Schweiz die Volksinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“ deutlich ab. Ich habe schon im Vorfeld darüber geschrieben. Aus damaliger Sicht war die Entscheidung ein Votum für die geldpolitische Flexibilität der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Blickt man jedoch heute, Anfang 2026, mit der gebotenen Distanz auf die harten Zahlen der vergangenen Dekade, ergibt sich eine bemerkenswerte wirtschaftliche Bilanz.

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Geopolitischer Fehler 2. Art – Reloaded: Wieso wir nicht nur übersehen, sondern auch übertreiben

Es ist bereits über zwölf Jahre her, dass ich in diesen Zeilen und in der ASZM vor dem “sicherheitspolitischen Fehler zweiter Art” warnte. Die These damals: Wir könnten eine reale Bedrohung übersehen, weil unsere Informations-Stichprobe systematisch verzerrt ist. Die roten Kugeln liegen obenauf, die weissen Kugeln ganz unten, schwer erreichbar. Und weil der Analyst nur das zieht, was im Becher obenauf liegt, kommt er irgendwann zu dem Schluss: Es gibt nur rote Kugeln.

Doch damals habe ich etwas Wichtiges ausgelassen. Ich habe nur die eine Hälfte der Wahrheit beleuchtet. Denn in der Statistik gibt es nicht nur den Fehler 2. Art (falsch-negativ: “Es gibt keine Gefahr, obwohl es eine gibt“). Es gibt auch den Fehler 1. Art (falsch-positiv: “Es gibt eine Gefahr, obwohl die Gefahr anders gelagert, überzeichnet oder gar nicht so existentiell ist, wie behauptet“).

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Von Ketzern zu „Querdenkern“: Die Inquisition als historisches Muster und mahnende Analogie für den Umgang mit Andersdenken heute

Die Geschichte ist nicht nur eine Chronik vergangener Ereignisse, sondern ein Reservoir menschlicher Verhaltensmuster, die unter veränderten Vorzeichen immer wiederkehren können.

Die Inquisition, formell ein kirchliches Untersuchungsverfahren zur Bekämpfung der Häresie, das vom 13. bis ins 18. Jahrhundert wirkte, erscheint dem modernen Betrachter oft als fernes Grauen einer irrationalen Zeit. Bei genauerer Analyse jedoch offenbart sie sich als ein struktureller Blaupause dafür, wie Gesellschaften unter dem Druck von als existenziell empfundenen Bedrohungen dazu neigen, Andersdenkende nicht mehr als Diskutanten, sondern als zu bekämpfende Feinde zu konstruieren.

Dieser Essay argumentiert, dass die heutige Ächtung und soziale Exkommunikation von „Corona-Skeptikern“, „Verschwörungstheoretikern“ oder Personen, die etablierte Narrative – beispielsweise zum Ukraine-Krieg – in Frage stellen, beunruhigende strukturelle und psychologische Parallelen zu den Mustern der historischen Inquisition aufweist. Dabei geht es nicht um eine Gleichsetzung der physischen Gewalt, sondern um die Analyse einer ähnlichen Eskalationslogik: von der diskursiven Ausgrenzung über die soziale Ächtung bis hin zur Institutionalisierung der Verfolgung, die, wie die Geschichte zeigt, einen gefährlichen Nährboden für weitere Radikalisierung bilden kann.

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Krieg auf Basis widerlegter Behauptungen?

Einleitung
In unseren Qualitätsmedien wird die Bedrohung Europas durch Russland permanent geschürt, wiederholt und eskaliert. Die dabei eingebrachten “Beweise” werden dann gerne als “unbestritten”, “indiskutabel” oder “offensichtlich” bezeichnet. Das ist ein typisches Vorgehen von Juristen, wenn Sie etwas nicht beweisen können, das Gegenüber aber einschüchtern wollen. Wer will schon “Unbestrittenes” nicht sehen können und sich dann der Lächerlichkeit preisgeben? Die (unbewiesene) Behauptung wird durch die Wiederholung zur “Postfaktischen Realität”. Diese zu durchbrechen und mit Fakten zu widerlegen ist ein Ding’ der Unmöglichkeit. Zu sehr sorgt die Repetition des – oft sich sogar widersprechenden – Narrativs in den Medien dafür, dass ein Widerspruch auf unfruchtbaren Boden fällt. Es fehlt einem grossen Teil der Bevölkerung die kritische Distanz zu diesen Meinungsmachern und der Wille, alternative Erklärungen aufzunehmen, gängige Lügen zu erkennen und zu entlarven. Gleichzeitig werden aufgewachte Bürger von diesen unehrlichen oder ignoranten Medien diffamiert und als unglaubwürdig oder sogar wirr und dumm dargestellt.

Die propagandistische Epidemie kann mit voller Überzeugung als Grundproblem unserer Demokratie bezeichnet werden. Ein falsch informiertes Volk wird für sich selbst in einer Demokratie unvorteilhafte Entscheidungen treffen. Auf diesem Pfad bewegen sich aktuell viele Länder im Westen. Diese Gesellschaften werden sich der Realität entziehen können, müssen sich aber eines Tages den Konsequenzen dieser Ignoranz stellen.

Wir werden aktuell in einem Krieg hineingezogen, der – einmal mehr – komplett auf Lügen basiert. Man würde doch glauben, dass sich eine so lebenswichtige Entscheidung v.a. von der Politik und den Medien genau geprüft werden muss, da am Schluss ja nichts anderes als das Leben und die Gesundheit vieler Menschen und der Wohlstand der Gesellschaft auf dem Spiel steht. Aber wie sich aktuell zeigt, sind gerade diese beiden Gruppen die grössten Lügner oder Idioten, welche sich offenbar der Konsequenzen ihrer Worte nicht im Geringsten bewusst sind.

Der folgende Beitrag entstammt der Geopolitischen Wochenschau und nimmt einen Artikel von german-foreign-policy.com auf. Hier wird mit etwas genauem Lesen und Recherche gezeigt, dass die eingebildete Bedrohung bei näherer Prüfung rasch in sich zusammenfällt. Meine Kommentare sind in grau hinterlegt.

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Habe ich das richtig verstanden?

Nur, damit ich die Position der NATO-philen “Militärfreunde” richtig verstanden habe, rekapituliere ich die aufgeschnappten Annahmen:

Bedrohung

  1. Russland war und ist militärisch schwächer als Europa bzw. die NATO (auch ohne USA) – Russland wurde/wird überschätzt;
  2. Russland will in den Westen vorstossen, weil es unsere Demokratie und Freiheit zerstören will. Deshalb ist auch die Schweiz bedroht.
  3. Russland ist militärisch so schwach bzw. die Ukraine ist so überlegen, dass sich die Front nur sehr langsam und leider in die falsche Richtung bewegt. Die Ukraine kann aber den Krieg mit Hilfe des Westens gewinnen.
  4. Russland ist erst in 3-5 Jahren militärisch fähig, einen Stoss nach Westeuropa, bis zum Atlantik zu realisieren;
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Die sicherheitspolitische Realität drückt durch

Der politische Kampf in Bern über die Armeefinanzen zeigt einmal mehr, dass sich die Politik nur um Details kümmert und den Blick aufs Ganze verliert. “Mehr Geld = mehr Sicherheit” ist ein Trugschluss oder ein Werbeslogan der Rüstungsindustrie. Es gibt genug Beispiele, wie Streitkräfte mit kleineren Budgets und mehr Kreativität eine höhere Wirkung erzielen. Dazu braucht es erst einmal eine ehrliche Standortbestimmung. Nicht nur bei der geopolitischen “Grosswetterlage” versagt die Schweiz, sondern auch auf der sicherheitspolitischen Ebene. Darum geht es in diesem 2. Teil.

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Tektonische Verschiebungen in der Geopolitik

Der politische Kampf in Bern über die Armeefinanzen zeigt einmal mehr, dass sich die Politik nur um Details kümmert und den Blick aufs Ganze verliert. “Mehr Geld = mehr Sicherheit” ist ein Trugschluss oder ein Werbeslogan der Rüstungsindustrie. Es gibt genug Beispiele, wie Streitkräfte mit kleineren Budgets und mehr Kreativität eine höhere Wirkung erzielen. Dazu braucht es erst einmal eine ehrliche Standortbestimmung. Doch bereits bei der Erfassung der geopolitischen “Grosswetterlage”, versagt die Schweiz kläglich.

Anmerkung: Der Text war ursprünglich für eine Medien-Plattform vorgesehen, wurde dann aber im letzten Moment vom Verleger “zensiert” und offline geschaltet.

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Abgedroschen: “Stärkung der Verteidigungsfähigkeit”

Viele Medienmitteilungen des VBS enden mit dem Versprechen, dass die rapportierte Aktion der “Stärkung der Verteidigungsfähigkeit” dient (Beispiele unten) – als ob man es extra erwähnen müsste. Oder ist dies nicht ein permanenter Auftrag an die Armee?

Im VBS wird unterdessen so viel für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit getan, dass einem schwindlig wird. Unterdessen wird fast jede erfolgreich abgeschlossene Tätigkeit, jeder Kontakt mit Externen, jede “erfolgreich” abgeschlossene Übung und jede sauber geputzte Toilette in einer Kaserne als Erfolg verkauft, die zu einer “Stärkung der Verteidigungsfähigkeit” beiträgt. Wie dies jeweils konkret erfolgt, bleibt ein Geheimnis der Spin-Doctors von der Papiermühlestrasse.

Wurde die Verteidigungsfähigkeit denn nicht kontinuierlich mit den Armeereformen “Armee 95”, “Armee XXI”, “Entwicklungsschritt 08/11” und “WEA” erhöht? “Weniger Fett, mehr Muskeln” war doch stets die Losung?

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NATO – “Der grosse Bluff”

Die Schweiz wäre sehr gut beraten, sich von der NATO zu distanzieren und wieder absolut neutral zu werden. Je länger je mehr wird – zumindest den alternativ informieren Menschen – klar, dass man in Europa einem grossen Bluff aufsitzt und die NATO niemals dem eigenen Versprechen gerecht werden kann. Wie ein Freund stets trefflich formuliert: “No Action, Talk Only”. Wie ich zu diesem Schluss komme? Hier ein paar – kaum abschliessende – Punkte:

Politisch

Gegen Aussen gibt sich die NATO als Bündnis Gleichgesinnter, die sich gegen das Böse zusammengeschlossen hat. Sie verteidigt Demokratie, Freiheit und hält das Völkerrecht die regelbasierte Weltordnung hoch.

Effektiv ist die NATO aber nur eines – wenn auch ein grosses – der Mittel, welches die USA in den Händen hat, um seine hegemoniale Weltstellung zu verteidigen. Zudem stellt es sicher, dass ein Krieg möglichst ausserhalb der USA – am besten in Europa – geführt wird. Will man da als Vasall auf der Schlachtbank landen?

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Dispensationsgesuch für Generalstabsoffiziersseminar

Sehr geehrter Chef der Armee,
sehr geehrter Korpskommandant,
geschätzter Thomas

Danke für die Dienstankündigung vom 22. Februar 2024 bezüglich “Generalstabsoffiziersseminar 2024-1”. Ich beantrage in absteigender Priorität:
a) meine sofortige Inaktivierung gemäss VMDP;
b) die Dispensation von den Generalstabsoffiziersseminaren;
c) die Verschiebung des Aufgebots ins Jahr 2025.

Begründung:

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