Wohin man schaut: In allen – auch militärischen – Zeitschriften werden seit Monaten Beiträge publiziert, welche im aktuellen Ukraine-Konflikt, dem russischen Präsidenten Putin den schwarzen Peter zuschieben. Da wird vom Propagandakrieg gesprochen, von Provokationen der russischen Luftwaffe an Russlands (sic!) Grenze und von der “Annektierung” der Krim. Die Texte strotzen nur so von negativ konnotiertem Vokabular. Penetrant wird uns eingetrichtert, wen wir zu fürchten hätten. Es ist wie früher: Der Feind kommt aus dem Osten und der Westen verteidigt Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Herrlich – endlich wieder eine Welt, die dem gängigen Stereotyp entspricht und welche noch genug gut in den Köpfen verankert ist. Viele fühlen sich bestätigt. Die “Stahlhelm-Fraktion” aus dem Kalten Krieg ist wieder da.
Die Frage ist nur: Liegen wir mit dieser Einschätzung richtig? Sitzt der Aggressor wirklich in Moskau? Oder wird uns hier ein (russischer) Bär aufgebunden? Zweifel sind nicht nur angebracht, sondern sind besonders für uns neutrale Schweizer Pflicht!
Wieso ist das überhaupt wichtig?
Es könnt ja gut, sein, dass wir einem “sicherheitspolitischen Fehler zweiter Art” unterliegen – d.h. die uns präsentierte Stichprobe an Informationen (Auswahl und Inhalt der Medienberichte, allenfalls auch der Nachrichtendienste) führt uns in der Analyse zu einem falschen Schluss. In unserem Fall wäre das besonders fatal: Dann wären wir nicht etwa von einem “Speckgürtel an Freunden”, sondern von einem aggressiven Angriffs-Bündnis umgeben. Continue reading
Es geht darum, das Optimum bezüglich Staatsausgaben anzustreben. Bei 0% wie auch 100% Staatsaktivität am BIP ergibt sich beide Male kein Wachstum – einmal hätten wir Anarchie, beim anderen Mal Etatismus. Das Optimum liegt also irgendwo dazwischen.
