Wer zahlt, befiehlt!

In den letzten zehn Jahren hat der Anteil jener Steuerzahler, die ihre Steuererklärung elektronisch ausfüllen, markant zugenommen. Leider fehlt oft noch eine durchgängige, medienbruchfreie Verarbeitung. Im Kanton AG muss die Steuerklärung weiterhin ausgedruckt werden. Das Steueramt seinerseits muss die Blätter mit den Codes wieder einscannen – die Kosten dafür betragen CHF 8 pro Steuererklärung! Jaja, die staatliche Ineffizienz muss weiterleben…

Aber darum geht es mir jetzt gar nicht. Es wäre doch ein Leichtes, zusammen mit der elektronischen Erfassung noch ein paar zusätzliche Informationen zu erfassen, z.B. wofür der Steuerzahler sein Geld (!) im staatlichen Umfeld einsetzen möchte.

Wir stellen uns also vor, dass Herr X, der 20’000 Franken Steuern bezahlt am Schluss gefragt wird, wofür das Geld zu verwenden sei. Ihm werden die aktuellen prozentualen Anteile der Departemente angezeigt. Mittels eines Reglers kann er nun sein Geld auf die Departemente neu verteilen. Sollen damit also primär Schulden getilgt werden, wird dieser Anteil grösser. Soll hingegen kein Geld aus seinem Portemonnaie in die Landwirtschaft fliessen, wird der Regler auf Null gestellt. Am Schluss muss die gesamte Steuer aufgeteilt sein.

All diese Aufteilungen werden im Steueramt und in der Finanzverwaltung aufbereitet. Konsolidiert erhalten wir Bürger ein gutes Bild, was mit unseren Steuern passieren soll. Die Verteilung ist weniger politischen Partikularinteressen unterlegen. Gesellschaftlich unerwünschte Ausgaben werden verringert.

Da nur “die Reichen” Steuern bezahlen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass soziale Anliegen weniger berücksichtigt werden. Das mag zu einem Grad sicher stimmen, doch tendieren v.a. die gut situierten Menschen eher dazu, Geld für wohltätige Zwecke einzusetzen. Nur ein Versuch und eine konsolidierte Aufstellung wird darauf eine genügende Antwort liefern – das sollte es uns wert sein.

Da die Verteilung in Abhängigkeit zum Steueraufkommen ist, werden Bürger mit hohem Steueraufkommen ein grösseres Gewicht erhalten. Damit wäre aber sichergestellt, dass eben befiehlt, wer zahlt und dass Netto-Bezüger von staatlichen Leistungen den Staat nicht langfristig ruinieren und die Steuern ständig erhöhen.

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