Gesucht wird der Anti- ‘homo oeconomicus’

Achtung, diese Aussage könnte ihrem Gehirn grossen logischen Schaden beiführen:

Sorgen macht sich die IWF-Chefin [Christine Lagarde] auch über die niedrige Inflation, vor allem in der Euro-Zone. Zu tiefe Preise über einen längeren Zeitraum könnten die Nachfrage und das Angebot dämpfen, warnte sie. Denn: Konsumentinnen und Konsumenten hätten keinen Anreiz, Waren zu kaufen, wenn sie wüssten, dass diese morgen billiger seien.

Quelle: srf.ch (eco [sic!])

Ich suche nun Menschen,

  • die beweisen können, dass sie auf allerlei Esswaren, Strom, Benzin, iPhones, Nächte in Paris/Rom/Berlin, Champagner, Kinderwindeln (…bitte fügt euer Konsumgut hinzu) verzichten, weil sie damit rechnen, dass es morgen (von mir auch in einem Monat) günstiger zu haben ist. – Please stand up!
  • deren tägliche Kosten sich in den letzten Jahren NICHT nach oben bewegt haben (inkl. Steuern, Abgaben, Gebühren!) – Please stand up!
  • welche ein Gut nur aus einem Grund kaufen: weil es morgen teurer ist – Please stand up!
  • die sich wegen zu tiefer (Konsum-)Preise beschweren und höhere Preise wünschen – Please stand up!
  • die der guten Frau Christine Lagarde (IWF-Chefin) diesen Käse tatsächlich abkaufen – vermutlich weil es morgen teurer wird 😉 – Please stand up!
  • die nachvollziehen können, wie man mit diesem oekonomischen Un-Sachverstand Chefin des IWF werden kann – Please stand up!

Frau Lagarde wünscht sich also höhere Inflationsraten. Hier kommt ihr Rezept:

Um diese Entwicklung [niedrige Inflation] zu verhindern und damit weitere Rückschläge für die wirtschaftliche Erholung abzuwenden forderte die IWF-Chefin speziell die Europäische Zentralbank EZB auf, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, auch durch ungewöhnliche Massnahmen.

Quelle: srf.ch (eco [sic!])

Moment, wie war das mit der “Unabhängigkeit” der EZB? (Der IWF gibt übrigens auch unserer SNB “Ratschläge”…) – Aber das ist ja ein anderes Thema…

Was “ungewöhnliche Massnahmen” sein könnten, kann man hier nachlesen: Negativzinsen. Die Menschen sollen also dazugebracht werden, ihr Geld so rasch wie nur möglich wieder auszugeben, weil es auf der Bank für deren Hinterlegung Strafzinsen gibt. Sparen ist dann out! Und bei galoppierender Inflation bleibt den unteren Gesellschaftsschichten dann plötzlich nichts mehr, denn die Löhne werden nie im gleichen Tempo angehoben (Ein Blick in die Geschichtsbücher reicht) – Ob Frau Lagarde genau das beabsichtigt?

P.S.: Ich bin nicht der einzige, der Frau Lagarde für verrückt hält (siehe zerohedge.com).

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1 Response to Gesucht wird der Anti- ‘homo oeconomicus’

  1. Beda Düggelin says:

    “Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie von selbst!” Leider geht dieses Sprichwort in der Diskussion über die gegenwärtige Wirtschaftssituation völlig verloren. Die Notenbanken scheinen am Ende ihres Lateins angekommen, darum hat Frau Yellen, die neue FED-Chefin ja bereits angekündigt, dass die Aufkaufs-programme von Anleihen zumindest langsam reduziert würden. Dass die Noten-banken Konjunkturpolitik betreiben, versteht sich. Dass sie nun aber allfällige Negativzinsen in Betracht ziehen, zeigt ihre Ratlosigkeit. Allmählich bemerken sie, dass rückläufige Inflationsraten in eine Deflation münden könnten. Da ist guter Rat teuer, denn Austerität und Wirtschaftswachstum vertragen sich wie Katz und Maus.
    Die finanzielle Repression wird weiter zunehmen, schliesslich gilt, “rette sich wer kann”. Die Leidtragenden sind alle mit Ausnahme der Spitzenverdiener.

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