Service?

Letzten Freitag holte ich bei Interio Spreitenbach mein neues Bett ab. Das Angebot eines von Interio z Vf gestellten Lieferwagens habe ich gerne in Anspruch genommen, schliesslich sind Matratzen, Lattenrose und das Bettgestell nicht gerade Dinge, die in einen normalen Ford Focus passen.

Es war wohl Dienstag, als man mich benachrichtigte, dass alles nun da sei und ich mich doch bitte für die Reservation an den Kundendienst wenden soll. OK, am Donnerstag war offenbar Feiertag, aber etwas mehr als die Öffnungszeiten hätte ich schon erwartet zu hören. Am Freitag habe ich dann doch noch einen Service-Angestellten finden können. Auf 1100 Uhr war der Lieferwagen bestellt.

Was würde ich nun erwarten? z.B. Dass ich um 1100 da hinkomme man mich begrüsst “Ah, Herr Müller, wir haben das Bett bereits in den Lieferwagen verladen. Bitte unterschreiben Sie hier noch schnell den Mietvertrag und begleichen Sie den Betrag mit Ihrer Karte… Wunderbar – Der Schlüssel ist hier bereit für Sie. Darf ich Sie zum Lieferwagen begleiten, mit Ihnen die Lieferung überprüfen und Ihnen kurz den Wagen erklären?”

Denkste! Geschlagene 20 Minuten stand ich da und hab dem Herrn Savic (oft mehrmals) die Sachlage erklärt. Er wusste jedoch weder von meiner Bestellung, ob sie schon da sei, ob sie verladen ist… Im Ordner den Zettel suchend, dann aber zum Glück auf meine Bestätigung zurückgreifend, noch schnell der Kollegin angerufe und somit noch eine Person beschäftigt… aaahhh!

Ein Einzelfall? Mitnichten! Neben uns brachte eine Kundin eine Leuchte zurück, die nicht funktionierte. Der “Service-Mitarbeiter” schaute sich die Lampe an, fragte, wann man sie gekauft hätte, wie man sie bedient hätte, liess sich mit der Abteilungscheffin verbinden – was soll er tun? Endlos!

Sonst eigentlich von der SBB recht begeistert (OK, die Finanzen…) kam mir heute wieder ein schlechtes Servicebeispiel vor die Augen: Der Fahrgast hatte sich sein Ticket zuhause am PC geordert und ausgeruckt. Doch des Fahrgastbegleiters-Multifunktional-Super-Riegel in rot konnte den Code partout nicht lesen und gab ein “ungültig” aus. Mit Recht fragte sich der Herr, was denn nun ‘ungültig’ sei, was Monsieur nicht beantworten konnte und sich in Rage redete…

So stelle ich mir Service nicht vor! Bitte besser machen! Danke.

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Die Macht der Alten

Ja, ich bin ein Fan von Prof. Thomas Staubhaar, dem Leiter des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI). Seine Analysen sind stichhaltig und sehr gut nachvollziehbar. Schade, dass sie bei den Politikern so wenig verstanden werden. Ob das der implizite Beweis für deren “Dummheit” ist? </ironie>

In der FuW vom 24. Mai 2008 schreibt er in seinem Leitartikel über die Machtverschiebung in unserer Demokratie. Sein Fazit: Bald werden wir Jungen von den Alten “beherrscht” (Tun sie das nicht schon seit der Geburt?) 😉

Die Fakten:

  • Heute ist ein Sechstel (1/6) der Wohnbevölkerung 65-jährig oder älter; 2020 wird es 1/5 und 2030 1/4 sein.
  • Das Medianalter (teilt die Bevölkerung in zwei gleich grosse Teile) lag 1908 bei 25 Jahren; heute 2008 bei knapp 40 und nimmt bis 2050 auf 47 Jahre zu.
  • Zu Beginn des 20. Jht fielen auf 100 Erwerbstätige (zwischen 20 und 64) 11 Rentner (also rund 10 Menschen “fütterten” einen Alten). Heute füttern diese 100 Erwerbstätigen bereits 26, 2020 sind es 33. (siehe auch mein früherer Blogeintrag).

Was bedeutet dies für die Politik? Sie wird sich diesem immer grösser werdenden Anteil annehmen und ihnen (vorerst volle, später dann aber leere) Versprechen machen: Rente viel früher, mehr Rente, noch mehr Rente…

Die Jungen und Ungeborenen, die dies bezahlen müssen, stehen mit abgesägten Hosen da. Anstatt in ihre eigene Zukunft investieren zu müssen, werden sie die Löcher in den Staatskassen stopfen müssen.

Die Idee von Thomas Straubhaar ist brilliant: Er überträgt den Jungen unter 18 das Stimm- und Wahlrecht den Eltern bzw. Sorgerechtsvertretern. Schliesslich handeln und haften die Eltern schon jetzt für die “Kleinen”.

Was passiert? Plötzlich haben die Jungen eine Stimme. Eltern wollen bekanntlich nur das Beste für die Kinder und sie werden sich deshalb genauer überlegen, welche Entscheide für ihre Nachkommen die besseren sind.

Kritik: In Anbetracht, dass Akademiker statistisch weniger und Mitbürger aus sozial schlechter gestellten Schichten mehr Kinder haben, könnte der Schuss auch nach Hinten los gehen…

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Oelbarone und Energie-Bosse

Deutschland – ein Land voller Neider und “mit-dem-Finger-auf-andere-Zeiger”. Nachdem man den bösen Konzernchefs gezeigt hat, dass diese ihr Geld nicht ins Ausland brinen dürfen, kommen nun – einmal mehr – die Oelbarone und Energie-Bosse dran! RTL berichtet heute Abend, dass der dt. Wirtschaftsminister Glos (CSU) den Gasgrosskonzernen (da sind wohl e.on und RWE gemeint) genauer auf die Finger Kalkulation schauen will. Da schüttle ich nur wieder den Kopf.

Wie sieht denn der Chart für Gas der letzten beiden Jahre aus? Hier kann man ihn sich ansehen. Es scheint mir recht klar zu sein, dass der Preis sich (in USD) in den letzten beiden Jahren verdoppelt hat. Dass die Grosskonzerne diese Kosten für sich behalten und nach guter alter sozialistischer Manier die Preise für den Endkunden gleich tief halten, scheint mir etwas weltfremd, oder! Fazit: Der Kostendruck wird an den Konsumenten weiter gegeben. Das ist übrigens bei Diesel und Benzin genau gleich.

Wieso will der gute Minister dann auf die Konzerne schauen? Und wieso tut die Regierung nicht selbst etwas – etwas, welches wirklich in ihrer Macht stehen würde? Ich spreche von Steuern auf Treibstoffen, den CO2-Abgaben und solchem Zeug?

Passend dazu auch ein Artikel in der aktuellen FuW (Nr. 41 vom 24. Mai 2008, Seite 29). Letzte Woche hat Horst Köhler (der Bundespräsident von Deutschland) die Finanzwelt kritisiert und sie mit einem “Monster” verglichen. Prof. Guido Hülsmann wirft zurecht ein, dass “dieses Monster […] nicht aus dem heiteren Himmel gefallen [ist]. Kein Deuteln führt an der Tatsache vorbei, dass es auch ein Kind der staatlichen Währungspolitik ist. […] Nicht die Finanzmärkte, sondern die Staaten haben unser Währungssystem geschaffen. Nich die Finanzmärkte, sondern die Staaten sind somit dafür zu tadeln, dass es sich für institutionelle Anleger immer weniger lohnt, verantwortlich zu handeln und somit auch das Gemeinwohl zu fördern. […] Das Problem der Monster sind die irren Schöpfer. Frankenstein jammerte über die Verbrechen seiner Kreatur, aber die eigentliche Untat war es, dieses Wesen ins Leben zu rufen. Auch die entarteten Finanzmärkte verweisen letztlich auf ein Versagen ihrer Schöpfer – der Politik.”

Wenn Deutschland aus der Kernenergie aussteigen will, muss es zwangsläufig seinen Energiebedarf mit anderen Mitteln speisen – meist sind dies Kraftwerke, die Oel oder Gas verbrennen…

Da lobe ich mir die Idee der SVP (Schweiz), welche die Steuern auf einen Maximalbetrag begrenzen wollen. Natürlich löst dies nicht das Problem der hohen Preise, aber der Staat könnte endlich da ansetzen, wo es auch etwas bringt. Und dies, ohne dass der Staat weiter aufgebläht werden müsste…

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Departementsreform(un)wille

Wie soll der Bundesrat die Kraft zusammenbringen, um die dringend nötigen Reformen in der Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik endlich in Angriff zu nehmen, wenn er schon bei der Reform seiner selbst zurückschreckt? *kopfschüttel*

Hier mein Vorschlag, wie man die Departemente neu aufteilen könnte. Ob sie diesen Vorschlag wohl auch diskutiert haben? Keine Ahnung – erhalten haben sie ihn auf jeden Fall.

Eidg. Dep. für Sicherheit (EDSi)
Auftrag: Stellt die Rechtssicherheit sowie den Schutz der Bevölkerung vor
krimineller und staatlicher Gewalt sicher.
= Polizei, Bundesanwaltschaft, Justiz (Menschen- und Völkerrecht), Armee,
Nachrichtendienste.

Eidg. Dep. für Aussenbeziehungen (EDAb)
Auftrag: Vertritt die Schweiz in internationalen Gremien und schafft gute
Voraussetzungen für die Schweizer Wirtschaft im internationalen Kontext.
= UNO und andere internationale Organisationen, Migration/Asyl, Deza.

Eidg. Dep. für Infrastruktur und Netze (EDIN)
Auftrag: Stellt für Bevölkerung und Wirtschaft kostengünstige Netze zur
Verfügung; ist Logistikdienstleister für die staatlichen Stellen.
= Verkehr (Strasse, ÖV, Luftfahrt, Schifffahrt, Kommunikation), Energie
(v.a. Stromnetze), Bundesinterna (Bundespersonal, Informatik).

Eidg. Dep. für Umwelt (EDUm)
Auftrag: Stellt die schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie den
Schutz der Bevölkerung vor Umweltbelastungen und -katastrophen sicher.
= Boden (Raumplanung/-entwicklung, Wald, Geologie), Luft (“Klima”,
[Meteorologie], Strahlung), Bevölkerungsschutz (inkl. NAZ).

Eidg. Dep. für Finanzen und Wirtschaft (EDFiWi)
Auftrag: Fördert das Wirtschaftswachstum durch einen minimal geordneten
Wettbewerb; stellt einen ausgeglichenen Finanzhaushalt sicher; baut Schulden
ab.
= Bildung (ETH, Forschung, Raumfahrt), [Finanzbeteiligungen (Swisscom, Post,
SBB, RUAG) – wenn möglich privatisieren], [Versicherungen (AHV/IV, BVG etc.)], Kommissionen (Banken-, Spielbanken, Wettbewerbskommission), Finanz- und Steuerverwaltung.

Eidg. Dep. für Soziales (EDSo)
Auftrag: Fördert die Gesundheit der Bevölkerung sowie den gesellschaftlichen
Zusammenhalt.
= Zivildienst, Gesundheit (KVG, Viren, Immunologie), [Kultur (Pro
Helvetia)], Landesmuseum, Tourismus, [Sport], Statistik.

Präsidialdepartement
Auftrag: Vertritt die offizielle Schweiz, Koordiniert die Aufgabenverteilung
zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden.
(Der Bundespräsident ist von einer Departementsleitung entbunden und gibt
sein Departement seinem Vorgänger als Bundespräsident ab. Damit wird eine
automatische Rotation eingeführt.)
In eckigen Klammern aufgeführte Elemente sollten längerfristig ausgelagert (privatisiert) oder gestrichen werden.

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Im orbit

Gestern war ich an der orbit/iEx in Zürich. Beim Schlendern durch die Gänge sind mir die Worte von Jim Cramer in den Sinn gekommen, wonach man in wirklich NEUE TECHNOLOGIE investieren soll – also nicht “Games”, “CRM-Software”, “Server/Client” oder der gleichen – doah!

Nein, mit “NEW TECH” sind all jene Unternehmen gemeint, die wirkliche Probleme unserer Gesellschaft und unseres Planeten angehen, wie (gemäss Cramer) Energieeffizienz und -generierung, Nahrungsmittel (GenTech), Wasseraufbereitung, Umwelttechnologien, Armutbekämpfung (Mikrokreditwesen), Ausbildung, Terrorabwehr (Sicherheit), Gesundheitswesen (Diagnostik, Viren, Bakterien), Demokratisierung (…), Bevölkerungswachstum.

Aus diesem Blickwinkel gesehen, ist die orbit wirklich “OLD Tech”: CD Brennen und anschreiben, Buchhaltungssoftware, SMS über Internet, Webdesign/CMS, … *gähn* Wohl daher hatte die Messe auf zwei Etagen Platz. Wo bleiben die guten neuen Ideen? Die Veranstalter der orbit/iEx sollten sich Gedanken machen, wie sie die Messe wieder an die Spitze bringen. SO ist es nichts anderes als 100% Commodity!

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Vernunft vs. Exzesse

“Wenn sich immer alle Anleger vernünftig verhalten würden, käme es nie zu den Exzessen. Doch erst die Unvernunft der Anleger machen die Börsen zum spannenden Spektakel”

FuW, 01.09.2007, Seite 17, “Lieber Investor”

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Die bösen Reichen!

Die Armut in Deutschland wird immer grösser, die Reichen reicher und die Armen ärmer, so der Schluss eines Berichts (siehe Spiegel Online). Schnell sind die linken Politiker zur Stelle: Sie fordern höhere Steuern für die Reichen. Dabei gäbe es doch noch andere Möglichkeiten, um den kleinen Mann zu entlasten:

  • MWSt senken
  • Steuern auf Energie senken
  • Landwirtschaft liberalisieren, globaler Freihandel
  • Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig machen

Wieso will man den Leuten Geld geben, wenn man es ihnen auf der anderen Seite aus den Händen reisst? Das ist doch paradox! Gewerkschaften fordern “mehr Brutto”, dabei müssten sie “mehr Netto” fordern und die Steuern, Abgaben und Gebühren senken.

Stattdessen vertreibt man die guten Steuerzahler aus dem Land, diffamiert die Unternehmer als “Abzocker” und verteilt weiter munter Geld, welches von den Reichen hart erarbeitet wurde.

Das Schlimme an Deutschland ist aber, dass man keinen Politiker in den Medien hört, der sofort gegen diese höheren Steuern ankämpft… Da lobe ich mir die Schweiz…

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Rückblick auf die AHV-Statistik 2007

Gerne lese ich mich durch alte Ausgaben von Zeitschriften oder Zeitungen. Wie üblich markiere ich interessante Stellen mit dem Highlighter. Später lese ich diese Stellen nochmals. Gewisse Dinge muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wie z.B. die Zahlen zur AHV (primäre Schweizer Altersversicherung):

  • Wachstum Anteil der Hochbetagten (>80 Jahre) zwischen 1997 und 2007: +21% (Männer +28%, Frauen +18%)
  • Anzahl Personen, älter als 100 Jahre, die AHV beziehen. 1997: 72m/454f; 2007: 142m/842f
  • Wachstum der Personen mit einer Altersrente zwischen 1997-2007: +14%

…und die Babyboomer kommen erst noch ab 2010 dazu. Ob es da hilfreich ist, das Rentenalter starr bei 65 Jahren zu belassen?

  • Wer zahlt ein? 20 bis 65-jährige (45 Jahre)
  • Wer bezieht? 65 bis 100-jährige (Rundung!) (35 Jahre)
  • Wie ist das Jahres-Verhältnis? 45:35 = 9:7 = 1.3 (!)

In Anbetracht dieser Zahlen bin ich weiter dafür, dass die Politik das Rentenalter vollständig frei geben soll. Jeder soll so lange arbeiten können, wie er will und kann. Das geht aber nur, mit weiteren Reformen (Steuerreform), auf die ich sicher später zurück kommen werde.

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