Import/Export nach Europa

Überall will man uns weiss machen, dass der starke Franken ein Problem für unsere Exportwirtschaft sei. V.a. die Exporte in die EU würden damit arg gebeutelt.

Dumm nur, dass wir mit der EU ein Handelsbilanzdefizit aufweisen – dass wir also mehr importieren als exportieren. Damit kommt unserer Wirtschaft und der Bevölkerung der tiefe Euro (Einkaufspreise!) sehr entgegen.

Selbst der Bund schreibt in seiner Medienmitteilung vom 23. Juni 2011 von einem “Rekordüberschuss” im Export.

Im Zeitraum Januar – Mai 2011 blieb der schweizerische Aussenhandel auf dem Wachstumspfad. So stiegen die Ausfuhren um 6,9 % auf 84,3 Mrd. Fr. (real: + 13,2 %) und die Einfuhren um 5,1 % auf 74,4 Mrd. Fr. (real: + 7,1 %). Auf dem ausländischen Absatzmarkt glänzte die Uhrenindustrie mit einer Zunahme von einem Fünftel. Mit einem Plus von 16,0 % erwies sich Asien wiederum als wichtigster Pfeiler des Exportwachstums. In der Handelsbilanz belief sich der Überschuss auf 9,9 Mrd. Fr, der um 22,3 % höher war als jener im Vorjahr. […] Die Preise der ausgeführten Güter verminderten sich weiterhin deutlich (- 4,8 %). Ohne die Pharmasparte ergab sich sogar eine Preisreduktion von 5,7 %.

Wenn die Preise gefallen sind, der Überschuss jedoch gestiegen ist, dann muss die Menge zugenommen haben, oder?

Fazit: Das Heulen um den hohen Frankenkurs ist falsch und v.a. widerspricht es der Realität. Vermutlich verfolgt man hier eine ganz andere Agenda.

Derweil das Rezept für die Unternehmen doch klar ist:

  • Rohstoffe und Halbfabrikate kauft man im Euro- oder USD-Raum.
  • Innovation und (Service-)Qualität wird weiter erhöht.
  • Den primären Absatzmarkt findet man derweil in den anderen Währungsräumen. Die wollen sicher auch qualitativ gute Produkte.
Print Friendly, PDF & Email

This entry was posted in Wirtschaft and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.