(Un)Sinn und Umweltpolitik

Von seinen spitzen Bemerkungen zur aktuellen Wirtschaftslage habe ich schon geschrieben. Jetzt legt Hans-Werner Sinn noch einen drauf – dieses Mal zum “Klimaschutz” und der Energiepolitik. Nachzulesen gibt es seine – für mich nach wie vor sehr nachvollziehbaren – Überlegungen einerseits auf Spiegel Online und in seinem neuen Buch “Das grüne Paradoxon“.

Ökosteuer und das Energie-Einspeisegesetz zur Subventionierung regenerativer Energien sind in seinen Augen staatliche “Zentralplanung” und lassen “einen Hauch DDR” durch Deutschland wehen. Vor allem kosten sie für seinen Geschmack viel zu viel Geld: Die Förderung der Photovoltaik etwa verschlinge 120 Milliarden Euro bis zum Jahre 2015, die Bürger und Industrie über ihre Stromrechnung blechen. Gemessen an den horrenden Kosten würden durch den Einsatz der Solarenergie nur vergleichsweise wenige Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Weit weniger koste die Vermeidung von CO2 durch die Atomenergie, sagt Sinn: “Leider hat sich Deutschland mit seinem Ausstiegsgesetz zum Geisterfahrer in der Welt gemacht.” Als Ersatz für die deutschen Reaktoren müssten weitere 111.000 Windräder zu den 20.000 vorhandenen aufgestellt werden, was für das Land “achtmal so viele Windräder wie Kirchtürme” bedeuten würde.

Quelle: Spiegel Online

Besonders heftig ist die Reaktion auf solche Äusserungen bekanntlich jeweils bei diesen Personen, die sich in ihrem Glauben angegriffen fühlen. Und so verwundert es nicht, dass Ex SPD-Chef Beck und der Umweltminister Gabriel mit einer Replik nicht weit sind:

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) keilt zurück: “Nachdem Herr Sinn seine marktradikale Ideologie jahrelang als Wissenschaft verkauft hat, versucht er es nun auf einem Gebiet, von dem er ganz offensichtlich noch weniger versteht als von Finanzmärkten.”

Ja, zum Glück gibt es die Politiker, die von allem alles verstehen und immer die richtige Lösung parat haben… Wie hiess es doch mal an der Mainzer Fasenacht? “Nur wer von Nichts eine Ahnung hat, ist für alle politischen Posten gleichsam geeignet!”

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