Danke, Beat Kappeler

Im Interview spricht Wirtschaftsjournalist Beat Kappeler einige sehr gute Punkte an, die man sich merken kann:

“[Was SP und Grüne fordern], zeugt von Faktenresistenz.”

“[D]ie Politiker verstehen sowieso zu wenig von dem, was passiert.” #:-)

“Die «Financial Times» und der «Economist» haben letzte Woche sehr schön gezeigt, dass der Goldpreis und der Frankenpreis schon seit anderthalb Jahren parallel gestiegen sind. Für die Operateure im Ausland erscheint der Schweizer Franken so gut wie Gold, deshalb ist auch der Goldpreis in Franken nicht gestiegen.”

Republikaner und Demokraten haben [letzten Sonntag] ja nur beschlossen, später zu beschliessen. Gespart wird nicht, auch im nächsten Jahr nicht, weil das ein Wahljahr ist. Gespart wird erst 2013 für 2014. Bis dann ist die US-Schuld gemessen am BIP so hoch wie die griechische, bei der alles losgegangen ist. Es ist unvorstellbar, was passieren wird. Amerika ist der nächste ganz grosse Fall.

“[Die kommende, gewaltige Krise] ist die Folge einer fundamentalen Änderung, in der die westliche Welt steckt: Der keynesianische Endpunkt ist erreicht. Bis jetzt hat der Staat nach der Lehre des Ökonomen Keynes mit Defiziten und neuen Schulden versucht, die Wirtschaft anzukurbeln, wenn sie stockte. Jetzt sind fast sämtliche Staatshaushalte in der westlichen Welt aus dem Ruder gelaufen. Wegen der riesigen Schulden kann man die Wirtschaft nicht mehr mit weiteren Schulden ankurbeln. Das ist eine völlig neue Situation. Wir haben zehn unglaubliche Jahre vor uns.”

“Weil die Politiker aber immer alles weiterschieben, ist die Gefahr gross, dass der Euro insgesamt gefährdet ist.”

“Wir sind in der gleichen Situation wie nach 1974. Die Aussichten sind sehr, sehr unsicher. Es ist eine neue Situation eingetreten, eben dieser keynesianische Endpunkt.”

Quelle: BAZonline

…und da gibt es noch immer Bürger, die bei unserer Sicherheit Abstriche machen wollen…

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8 Responses to Danke, Beat Kappeler

  1. Damit die US-Schulenlast gemessen am BIP so hoch ist wie die Griechische wäre eine erneute Erhöhung der selbstgegebenen Schuldenobergrenze nötig. Der gegenwärtige Kompromiss der US-Administration mit dem Kongress sieht jedoch neben einer Erhöhung der Schuldenobergrenze Sparmassnahmen vor.

  2. admin says:

    Rechnen Sie bitte auch die Verpflichtungen aus MediCare, Social Security etc. hinzu. Dann erreichen Sie – abdiskontiert oder absolut – ein Niveau von über 73 Bio. (USD Trillion) an “Schulden”. Das dürfte Griechenland locker in den Schatten stellen.

    Die Sparmassnahmen greifen – wie Beat Kappeler ausführt – erst ab 2013. Bis dahin sind locker nochmals gegen 3 Bio. an neuen Schulden angehäuft. Von “Sparen” kann keine Rede sein. Das Finanzministerium geht ausserdem von einem Wirtschaftswachstum von gegen 4% aus – völlig realitätsfremd. Eine erneute Erhöhung der Schuldenobergrenze wird deshalb bereits VOR den Wahlen wieder zum Thema.

  3. Haben Sie meinen Blog-Artikel : “Schuldenkrise” schon gelesen?

    Ich schätze, dass alleine die US-Rüstungsausgaben bei etwa 710 Milliarden US-Dollar liegen. (710’000’000’000). S&P fordert Einsparungen in der Höhe von 5 Billionen US-Dollar. (4’000’000’000’000). Folglich ist auch mir klar, dass der von S&P geforderte Schuldenabbau einzig mit den Rüstungsausgaben nicht zu bewältigen ist. Zusätzliche Einsparungen im Gesundheits- und Sozialwesen und in anderen Bereichen sind ebenfalls notwendig. Um zu sehen wo würde ein Blick auf die US-Haushaltsausgaben helfen.

  4. Korrektur, S&P fordert Einsparungen in der Höhe von 4 Milliarden USD, habe mich vertippt.

  5. Natürlich 4 Billionen. Die Zahl mit den Nullen stimmt.

  6. admin says:

    Es ist müssig nach Positionen zu suchen, wo die USA sparen könnte. Sie werden nicht sparen und stattdessen munter weiter Geld drucken. Vergessen wir die politischen Räkelspiele und kümmern wir und um das was auf uns zu kommt.

  7. Worauf ich hinaus will ist eigentlich, dass die von den Massenmedien und Leuten wie Kappeler verbreitete Panik übertrieben ist.

    Wir haben es bei den USA mit einem Downgrade von AAA auf AA+ zu tun. Von der höchsten Stufe auf die Zweithöchste Stufe. Die Top-Schweizer-Firma Novartis hat ein schlechteres Rating, nämlich AA-. Griechenland hat ein wesentlich schlechteres Rating, nämlich CCC.

    Die USA hatten eine Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar. Jetzt haben sie die Schuldengrenze auf 16.7 Billionen Dollar erhöht und Sparmassnahmen in der Höhe von 2.8 Billionen Dollar beschlossen. Das BIP der USA betrug im Jahr 2010 14.5 Billionen Dollar. Damit ist die USA weniger verschuldet als die europäischen PIGS-Staaten. Zudem haben die USA mit einer jährlichen Wirtschaftsleistung von 14.5 Billionen Dollar nach wie vor eine äusserst starke Wirtschafts. Mit Griechenland kann man das mitnichten vergleichen.

    Die Reaktionen der Börsen in der vergangenen Woche und mögliche negative Reaktionen in der kommenden Woche sind irrational und völlig übertrieben.

  8. admin says:

    Übertriebene Panik? Na dann los: Kaufen Sie sich jetzt Aktien und v.a. US-Staatsanleihen! Sie haben es selbst in der Hand.

    Die USA war viel zu lange als “AAA” eingeschätzt, dabei wäre wohl einer ein Rating mit “C” angebracht. Das Downrating kommt viel zu spät! Vergleichen Sie Ratings und Bilanzen von anderen Staaten und Unternehmen mitsamt den Verpflichtungen. Ratings sind sowas von falsch, dass sie höchstens noch zur Belustigung des unwissenden Volkes dienen können.

    Nicht die Schuldengrenze ist das Problem, sondern die Schulden und v.a. der US-Dollar! Die USA ist schlechter dran als Griechenland oder wenn Sie sogar wollen die ganze Eurozone. Und glauben Sie echt, mit Gelddrucken löst man das Problem?

    Ich bleibe beim Gold – Sie können gerne jetzt Ihre Kauforder einstellen. Die Zeit wird einem von uns dann schon recht geben… Meine Dollar habe ich damals vollständig bei 1.20 verkauft…

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