Brot und Spiele

Angeregt durch diesen Artikel bei elliottwave.com möchte ich kurz darlegen, wieso wir uns ebenfalls auf einem gefährlichen Pfad befinden. Diesen Pfad haben schon andere hochentwickelte Gesellschaften genommen. Das bekannteste Beispiel dürfte das Römische Reich sein.

Irgendwann setzten sich die Politiker nicht mehr in erster Linie für das Volk, aus dem sie zwar gewählt wurden, sondern v.a. für sich selbst ein. Das Volk wurde derweil von den Problemen abgelenkt. “Brot und Spiele” nannte man diese Strategie.

Und heute? Lassen sich diese beiden Begriffe in unserem Alltag wiederfinden? JA! Hier eine Auswahl:

Zunächst die Spiele:

  • Der Sport (logisch): Olympiaden, Weltmeisterschaften, hochbezahlte Sportler, Autorennen… Und wenn man es richtig macht (Fussball, Formel-1, Golf), kann man sogar mehr verdienen als mancher Manager, der eine Verantwortung für viele Menschen trägt.
  • Die Unterhaltungsindustrie: Kinofilme, DVD, Gamekonsolen, Musikkonzerte, Fernsehsender und deren inhaltslose Produktionen (“DSDS”, “Pimp my ride”). Der Trend geht hin zu immer mehr Freizeit, die man irgendwie tot schlagen muss. Da muss was gehen! Nachdenken, ein Sachbuch lesen (nicht die Schundromane oder Klatschheftchen) oder selbst etwas produzieren (Musik machen, Malen/Gestalten) ist out! Das Fernsehen diktiert den Alltag. Sex and Crime, Glitter und Glamour, Katastrophen und erschütternde Schicksale sind mehr gefragt als nüchterne Betrachtungen, wie der erreichte Wohlstand gefährdet ist. Solange die Musik spiel, geht das Schiff nicht unten…
  • Die Politik: In Ermangelung wirklich guter Resultate verschwimmen die Grenzen zwischen Politik und Unterhaltung immer mehr. Die mündigen (echt?) Bürger werden bei Laune gehalten, man verspricht ihnen viel und hält dann doch nichts. Wieso auch? Man wird ja doch wieder gewählt… Aus Informationssendungen wird “Infotainment”, Reden werden inhaltsleer und viele Politiker sind reine Pappnasen, die dafür sorgen, dass das “Brot” nicht ausgeht.

Damit wären wir beim Brot:

  • Die staatlichen Transferzahlungen nehmen überhand und belasten die Steuerzahler immer mehr (Die MWSt soll erhöht werden, die Krankenkassen steigen über 30%, die Gebühren- und Abgabenlast steigt stetig und dank neuer Vorschriften braucht es für jeden Schischi ein amtliches Stück Papier). Auf der anderen Seite profitieren hängen immer mehr Leute am Tropf des Staates, begonnen bei der AHV (die Alten sterben – entgegen der landläufigen Meinung – nicht einfach aus).
  • Überall werden Institutionen und gut gemeinte Absichten “gefördert“. Anstatt sie durch weniger Vorschriften und tieferen Abgaben zu entlasten, schiebt man ihnen Geld nach – Effizienz wo bleibst du?
  • Besonders in den USA hat sich eine neue Form von ‘Brot’ ausgeweitet: Der Staat hilft einigen wenigen, dafür grossen Unternehmen unter die Arme, weil sie sonst umfallen würden. Ja, so erhält die oft gehörte Argumentation “Wir müssen wachsen, weil wir sonst nicht konkurrenzfähig sind!” einen neuen Anstrich. Wer genügend gross (aber unfähig/inkompetent) ist, wird vom Staat unterstützt und kann so wieder mit den kompetenten Firmen konkurrieren. [Zwischenfrage: Wieso liegen die beiden Wörter “Konkurrenz” und Konkurs” so nahe beieinander?]

Wir sehen. Auch wir sind in der Zeit von “Brot und Spiele” angelangt. Wir sollten die Geschichtsbücher trotz Alternative aus dem Fernsehen hervornehmen und uns gewahr werden, welchen Weg die Zivilisationen vor uns genommen haben, als sie diesen Pfad einschlugen. Soviel sei verraten: Viele dieser Zivilisationen gibt es heute nicht mehr…

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