April, April!

Jedes Jahr jagen uns Firmen und v.a. Medien pünktlich zum 1. April ins Bockshorn und lassen Leser und Zuschauer auf den Leim kriechen. Ach wie lustig! Heuer wird z.B. behauptet, dass YouTube keine Videos mehr annimmt, die Videos von einer Jury bewerten lässt und 2023 den Gewinner des “Best YouTube-Video” bestimmt:

Wirklich überrascht hat mich jedoch die kurze Umfrage auf 20min.ch zu eben diesem Beitrag:

20130401 YouTube

Entweder diese 30% haben aus Jux so abgestimmt, oder wie muss ich mir das vorstellen, wenn so viele Leute selbst am 1. April auf einen so offensichtlichen Scherz hereinfallen? Das sind ja immerhin 5’128 User…!

Am 1. April sollte man aufmerksam genug sein, um solche “Zeitungsenten” zu erkennen. Doch wie steht es um die anderen 364 Tage im Jahr?

Wie häufig werden wir von Falschmeldungen, Propaganda und tendenziösen Berichten in eine Richtung gelenkt, ohne dass wir es bemerken? Wie viele der Meldungen sind wahr, wie viele sind inszeniert?

Erst kürzlich hat ein ehemaliger Journalist sich an einer Veranstaltung dazu geäussert und erklärt, dass er während des Irak-Kriegs an einem abgelegenen, inszenierten Umfeld über den Krieg hätte berichten müssen. Man hat anschliessend noch etwas “Kriegsgeräusch” hinzugefügt, obschon weit und breit keine Kampfhandlungen stattfanden. Was die Journalisten von dort berichteten, entnahmen sie vorgefertigten Mitteilungen. Wahre Kriegsberichterstattung?

Dabei wäre doch bekannt: Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit.

Ein selbstverantwortlicher Bürger (der Staat tut allerdings alles, um Verantwortung vom Bürger zu entziehen und ihn abhängig zu machen) muss heute jede (!) Nachricht auf die Goldwaage legen und sich überlegen, ob er hier nicht wieder einem verspäteten oder verfrühten Aprilscherz erlegen ist.

Dazu gehört auch, dass man die Quelle selbst einschätzt: Ist sie vertrauenswürdig? Wie ist ihr “track record”? Wer bezieht sich auf sie? Woher bezieht sie die Informationen?

Der 1. April findet an jedem Tag statt. Man sagt es uns nur nicht. Und wir glauben jede noch so abstruse Geschichte. Seien wir wachsam!

Zu diesem Thema empfehle ich das Buch “Spin doctors im Bundeshaus”

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