{"id":731,"date":"2011-05-20T14:04:20","date_gmt":"2011-05-20T13:04:20","guid":{"rendered":"http:\/\/personal.netmex.ch\/?p=731"},"modified":"2012-11-22T19:55:26","modified_gmt":"2012-11-22T18:55:26","slug":"mwst-befreiung-von-silber-der-bundesrat-widerlegt-sich-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=731","title":{"rendered":"MWSt-Befreiung von Silber: Der Bundesrat widerlegt sich selbst"},"content":{"rendered":"<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 20.0px Helvetica} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 20.0px Helvetica; min-height: 24.0px} -->In seiner Antwort auf die <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/d\/suche\/seiten\/geschaefte.aspx?gesch_id=20113303\" target=\"_blank\">Motion von Lukas Reimann<\/a>, welche Silberm\u00fcnzen und -barren von der Mehrwertsteuer befreien will, widerlegt der Bundesrat seine Argumente gleich selbst.<\/p>\n<p>Das beginnt mit dem Zitat des Mehrwertsteuergesetzes: &#8220;<em>Die Steuer bezweckt die Besteuerung des nicht unternehmerischen Endverbrauchs im Inland<\/em>&#8221; (Art. 1 Abs. 1 MWSTG).\u00a0Was f\u00fcr einen &#8220;Verbrauch&#8221; meint der Bundesrat, wenn B\u00fcrger Silberm\u00fcnzen kaufen? Silberm\u00fcnzen dienen der Werterhaltung, nicht dem Konsum!<!--more-->Die B\u00fcrger kaufen die M\u00fcnzen nicht, um sie zu essen, aus ihnen Handybestandteile zu schmelzen oder sie f\u00fcr die Strom\u00fcbertragung zu nutzen. Ebenso wird durch den An- und Verkauf von Silberm\u00fcnzen nicht auch nur ein leiser Hauch von &#8220;Mehrwert&#8221; geschaffen. Das Produkt &#8220;Silberm\u00fcnze&#8221; ist komplett. Die B\u00fcrger erwerben Silberm\u00fcnzen aus dem gleichen Grund, wie sie Goldm\u00fcnzen kaufen. Das MWSTG ist damit f\u00fcr Silberm\u00fcnzen NICHT anwendbar.<\/p>\n<p>Der Bundesrat untersch\u00e4tzt die Abwertung des Schweizer Frankens gegen\u00fcber Hartw\u00e4hrungen wie Gold und Silber. Zwar ist der Handel mit physischem Silber mittlerweile sehr eng, die Nachfrage sehr hoch und das Angebot nahezu ausgetrocknet. Doch der Hauptgrund f\u00fcr den Kauf von physischem Gold und Silber liegt in der <span style=\"text-decoration: underline;\">Absicherung gegen\u00fcber der Teuerung<\/span>. Insbesondere durch die extreme Ausweitung der Geldmenge durch die Nationalbank (&#8220;Inflation&#8221;) hat der Schweizer Franken an Kaufkraft eingeb\u00fcsst. Gold- und Silberanleger sch\u00fctzen sich vor m\u00f6glichen Fehlern der Nationalbank. Dieser &#8220;Versicherungsschutz&#8221; ist bei Gold und Silber ausgepr\u00e4gt und soll nicht besteuert werden.<\/p>\n<p>Die Motion will prim\u00e4r eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Befreiung von M\u00fcnzen und Barren<\/span>, nicht von industriellem Silber. W\u00fcrde hingegen auch industrielle Silberlieferung von der MWST befreit, k\u00e4me dies dem K\u00e4ufer zugute und k\u00f6nnte ihn immerhin um 8% entlasten; Eine Befreiung ist also sogar im Interesse des Werkplatz&#8217; Schweiz! Der Bundesrat verdreht in seiner Antwort die \u00f6konomische Logik. Industrielle, die auf den Rohstoff Silber angewiesen sind, h\u00e4tten trotz der h\u00f6heren Einkaufspreise sogar einen Vorteil gegen\u00fcber ihren Konkurrenten aus der EU.<\/p>\n<p>Das letzte Argument bezieht sich auf den <span style=\"text-decoration: underline;\">Schmuggel<\/span>. Es ist unverst\u00e4ndlich, wieso ein Anleger seine Silberm\u00fcnzen in die EU schmuggeln soll. Es wurde auch keine n\u00e4here Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Behauptung geliefert.<\/p>\n<p>Wie der Bundesrat ausf\u00fchrt, sind die entgangenen <span style=\"text-decoration: underline;\">Steuereinnahme<\/span> auf Silber &#8220;minimal&#8221;. Der Ausfall damit f\u00fcr die Bundeskasse verkraftbar. Wie hoch sich eine Befreiung von Platin- und Palladiumm\u00fcnzen und -barren auf die Steuereinnahmen auswirken w\u00fcrde, schreibt der Bundesrat nicht \u2013 vermutlich weil der Betrag noch vernachl\u00e4ssigbarer ist. Eine Befreiung von der MWST w\u00fcrde sich also auch f\u00fcr diese beiden Edelmetalle anbieten. Aus fiskalpolitischen Gr\u00fcnden besteht damit kein Grund, an der Ungleichbehandlung von Gold- und Silberm\u00fcnzen festzuhalten. Die Motion ist daher anzunehmen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>[Update 21.10.2012]<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Heute titel <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/steuern-recht\/article110072647\/Silber-Sammler-trifft-der-volle-Steuerschock.html\" target=\"_blank\">&#8220;Die Welt&#8221;: &#8220;Silber-Sammler trifft der volle Steuerschock&#8221;<\/a>\u00a0und bezieht sich auch auf den Artikel <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article109953943\/Regierung-will-Silbermuenzen-hoeher-besteuern.html\" target=\"_blank\">&#8220;Regierung will Silberm\u00fcnzen h\u00f6her besteuern&#8221;<\/a>. Es geht dabei darum, dass die MWST in der EU vereinheitlicht werden soll und Silber damit neu auch zu 19% besteuert wird.<\/p>\n<p>Damit wird das eine Argument des Bundesrates zunichte gemacht. Wenn in der Schweiz weiterhin 8% verlangt wird, ist Silber in der Schweiz 11% &#8220;g\u00fcnstiger&#8221; als in der EU. Der Absatz von Silberm\u00fcnzen d\u00fcrfte damit in die Schweiz abwandern. Ob diese dann auch ins Ausland &#8220;geschmuggelt&#8221; werden, bleibt abzuwarten. Dass die Schweiz hier mitmacht und die MWST ebenfalls auf 19% anhebt ist \u2013 dem Volk sei&#8217;s gedankt \u2013 nicht anzunehmen. Damit spielt es keine Rolle, ob die MWST beibehalten wird oder die 8% wegfallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner Antwort auf die Motion von Lukas Reimann, welche Silberm\u00fcnzen und -barren von der Mehrwertsteuer befreien will, widerlegt der Bundesrat seine Argumente gleich selbst. 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