{"id":698,"date":"2011-04-09T14:07:04","date_gmt":"2011-04-09T13:07:04","guid":{"rendered":"http:\/\/personal.netmex.ch\/?p=698"},"modified":"2011-05-16T19:38:27","modified_gmt":"2011-05-16T18:38:27","slug":"surprise-surprise-surprise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=698","title":{"rendered":"surprise, surprise! &#8211; surprise?"},"content":{"rendered":"<p>Bei der heutigen Lekt\u00fcre der &#8216;Finanz und Wirtschaft&#8217; (9. April 2011, Nr 28) musste ich oft den Kopf sch\u00fctteln. Wie kann man nur so konsequent die Realit\u00e4t verkennen?<\/p>\n<p><strong>Kapitel 1 &#8211; Inflation<\/strong><\/p>\n<p>Auf Seite 2 geht es um die Inflation, welche pl\u00f6tzlich (?) anzieht. &#8220;<em>Die Erwartungen seien klar \u00fcbertroffen worden<\/em>&#8220;, meint etwa die Credit Suisse. Und auch &#8220;<em>Unicredit gesteht, \u00fcberrascht worden zu sein.<\/em>&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Dabei ist es f\u00fcr einen Sch\u00fcler der \u00d6sterreichischen Wirtschaftsschule schon lange klar, dass die Inflation <del>kommt<\/del> schon lange da ist. Denn Inflation ist Geldmengenausweitung. Teuerung hingegen ist der Effekt, der auf Inflation folgt und sich in h\u00f6heren Preisen niederschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Faszinierend ist hingegen, dass Unicredit, welche \u00fcberrascht wurde und somit kein klares Bild der Gr\u00fcnde hat, jetzt weiss, dass es sich eher um &#8220;<em>eine technische Bewegung der Preise als eine Beschleunigung des Inflationstrends<\/em>&#8221; handelt. Kann man das noch ernst nehmen?<\/p>\n<p><strong>Kapitel 2 &#8211; Portugal<\/strong><\/p>\n<p>Obschon Portugal diese Woche die EU um finanzielle Hilfe bat (welche nat\u00fcrlich vor Wochen von den ehrlichen, weitsichtigen und umsichtigen Politikern noch kategorisch ausgeschlossen wurde), hat es wenige Tage zuvor noch EUR 1 Mrd. am &#8220;Kapitalmarkt&#8221; aufgenommen (Seite 29). Bei n\u00e4herem Hinsehen stellt man jedoch fest, dass die Papiere vom Staat selbst gekauft wurde. Wie geht das?<\/p>\n<p>Der staatliche Sozialversicherungsfonds (FEFSS) hat die Tranche selbst gezeichnet. Selbstverst\u00e4ndlich <del>muss<\/del> sollte man davon ausgehen, dass die vorsichtigen Portfoliomanager dabei nach besten Wissen und Gewissen, unabh\u00e4ngig von der Politik und nur im Interesse der Versicherten vorgegangen sind.<\/p>\n<p>Sollte uns das \u00fcberraschen? Nein. Auch in anderen L\u00e4ndern kaufen staatsnahe Organisationen die Staatspapiere des eigenen Landes. In den USA z.B. kauft die FED die Staatspapiere. Das Muster ist immer gleich: Die Probleme werden auf die B\u00fcrger\/Steuerzahler abgew\u00e4lzt. Was vorher in den Bilanzen von Banken lag, liegt nun in den H\u00e4nden des Staates. Man bedenke die Konsequenzen, wenn die Schuldpapiere nicht mehr zur\u00fcckgezahlt werden k\u00f6nnen f\u00fcr die sozial Bed\u00fcrftigen: Sie verlieren doppelt! Der Staat hat kein Geld mehr und die Sozialhilfe erst recht auch nicht. Fehlt nur noch Inflation&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 3 &#8211; Gold und Silber<\/strong><\/p>\n<p>Beide Edelmetalle erreichen diese Woche neue H\u00f6chstkurse (Gold USD 1460; Silber USD 40). Als Erkl\u00e4rungen h\u00f6rt man immer wieder, dass sich hier eine Blase gebildet habe. &#8220;<em>Kehrt die Weltwirtschaft zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck und steigen auch in den USA die Zinsen, d\u00fcrfte sich mancher Anleger von Silber abwenden.<\/em>&#8221; (Seite 43) Da mag man nur noch nachwerfen: &#8220;<em>You are a dreamer!<\/em>&#8221;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst kehrt die Weltwirtschaft nicht zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck. Vorerst m\u00fcsste definiert werden, was denn &#8216;normal&#8217; sei. Wachstum \u00fcber die Notenpresse? Wohl kaum&#8230; Normalit\u00e4t m\u00fcsste bedeuten, dass das Kreditsystem auf ein gesundes Mass schrumpft. Das w\u00e4re dann Deflation und ginge mit grossen Schmerzen \u00fcber die B\u00fchne. Viele Banken und Staaten m\u00fcssten bankrott anmelden. Aber dann h\u00e4tten wir wieder normalere und v.a. gesundere Zust\u00e4nde.<\/p>\n<p>Wenn in den USA die Zinsen steigen, haben nicht nur die Hausbesitzer ein noch gr\u00f6sseres Problem, sondern auch der Staat (von der Gemeinde bis Washington). Die Belastung w\u00fcrde augenblicklich zum Bankrott f\u00fchren. Das totale Chaos w\u00e4re unausweichlich. Der US-Dollar m\u00fcsste kollabieren und die Preise f\u00fcr Gold und Silber w\u00fcrden steil nach oben schiessen.<\/p>\n<p>Wobei man das &#8220;w\u00fcrde&#8221; durchaus mit &#8220;wird&#8221; ersetzen kann.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wer die Welt nicht durch die rosa Brille sieht und sich an Fakten und grundlegende Mechanismen &#8211; man k\u00f6nnte schon sagen physikalisch\/mathematischen Regeln &#8211; heranzieht, wird den Hoffnungst\u00f6nen kein Gewicht beimessen. Das Geld ist weiter in Sachwerten am besten angelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der heutigen Lekt\u00fcre der &#8216;Finanz und Wirtschaft&#8217; (9. April 2011, Nr 28) musste ich oft den Kopf sch\u00fctteln. Wie kann man nur so konsequent die Realit\u00e4t verkennen? 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