{"id":615,"date":"2009-11-30T01:18:38","date_gmt":"2009-11-29T23:18:38","guid":{"rendered":"http:\/\/personal.netmex.ch\/?p=615"},"modified":"2009-11-30T01:18:38","modified_gmt":"2009-11-29T23:18:38","slug":"farblose-konzernchefs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=615","title":{"rendered":"Farblose Konzernchefs"},"content":{"rendered":"<p>Dominik Feldges von der &#8216;<a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/\" target=\"_blank\">Finanz und Wirtschaft<\/a>&#8216; hat in seinem Editorial vom 28. November 2009 die Konzernchefs kritisch analysiert. Er kommt dabei auf den nicht gerade schmeichelhaften Schluss, der sich in seinem Titel wiederfindet: &#8220;Farblose Konzernchefs&#8221;. Weiter f\u00fchrt er aus:<\/p>\n<blockquote><p><em>Die Biografien heutiger Konzernchefs sind oft austauschbar. Doch nicht nur das: Viele CEO wirken im pers\u00f6nlichen Auftritt farblos. In Gespr\u00e4chen geben sie im Managerjargon Platit\u00fcden von sich. [&#8230;]<!--more--><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00abDer Kult vom gesichtslosen Chef\u00bb, benannte letzthin das britische Wirtschaftsmagazin \u00abThe Economist\u00bb das Ph\u00e4nomen. Es beklagte, die Auftritte von Konzernlenkern auf TV-Wirtschaftssendern wie CNBC seien zum Verwechseln \u00e4hnlich. [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p><em>Tats\u00e4chlich scheint es immer weniger F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten von echtem Schrot und Korn zu geben. [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p><em>Es scheint aber auch, als ob Vordenker, die mit ihren Ideen und Meinungen nicht hinter dem Berg halten, in vielen Unternehmen gar nicht mehr gefragt sind. [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p><em>Starke Pers\u00f6nlichkeiten, die den Mut zum Querdenken haben, sich auch mit Andersdenkenden umgeben und die vor Neuheiten nicht zur\u00fcckschrecken, bringen ein Unternehmen voran. Diese Erkenntnis sollte sich auch in den Universit\u00e4ten wieder st\u00e4rker durchsetzen. Viele Lehranstalten bringen einf\u00f6rmige Absolventen hervor. Weil der Unterricht \u2013 Stichwort Bologna-Reform \u2013 oft verschult ist, bleibt wenig Zeit f\u00fcr Grundsatzdiskussionen und die Entwicklung eigenst\u00e4ndiger Ideen.<\/em><em> [&#8230;]<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Analyse trifft ins Schwarze.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite wurden die Regulierungen in den vergangenen Jahrzehnten ausgebaut. Ein immer dichter werdendes Netz an Vorschriften beschr\u00e4nkt die Handlungsf\u00e4higkeit der Chefs. Man sucht sich &#8211; besonders in den guten Jahren &#8211; lieber jene Manager, die in den vorgegebenen Schranken bleiben und ja nichts Neues ausprobieren. Wie oft habe ich schon von Verantwortlichen bei einer Pr\u00e4sentation geh\u00f6rt &#8220;Wer von der Konkurrenz hat das schon?&#8221; Man \u00e4fft lieber nach, als das Risiko einzugehen.<\/p>\n<p>Risiko &#8211; das ist ein gutes Stichwort. Die letzten 10 bis 15 Jahre k\u00f6nnen durchaus als &#8220;einfach&#8221; bezeichnet werden. Nat\u00fcrlich gab es da die Globalisierung und das Internet. Dieses waren aber in erster Linie Chancen. Wirklich tiefgreifende Krisen wie wir sie aktuell erleben gabe es nicht oder sie waren nach sehr kurzer Zeit wieder vorbei (Russland, Argentinien, 9\/11).<\/p>\n<p>Die Nachfrage nach f\u00fchrungsstarken Pers\u00f6nlichkeiten nahm &#8211; getreu der marktwirtschaftlichen Grundlage &#8211; ab; Es gab ja keinen Bedarf, keine Krise. Wer dennoch als solcher auftrat, wurde bel\u00e4chelt und als &#8216;Gestriger&#8217; oder &#8216;Milit\u00e4rkopf&#8217; bezeichnet.<\/p>\n<p>Die Armeereform XXI hat zudem ihren Teil dazu beigetragen. Mit der Aufhebung der Regimenter fielen die Regimentskommandanten im Range eines Obersten weg. Oft waren es genau diese Pers\u00f6nlichkeiten aus der Privatwirtschaft, welche dem Verband ihren Stempel aufdr\u00fcckten. Die Kombination Unternehmer\/Generaldirektor, Nationalrat, Regimentskommandant war im Land gel\u00e4ufig. Von dieser Sorte gibt es heute im Parlament nur noch wenige (z.B. Johann Schneider-Ammann). Bat Kommandanten sind dazu noch zu jung (um die 40), Brigadekommandanten zu selten und ausserdem oft Berufsoffiziere ohne Erfahrung aus der Wirtschaft.<\/p>\n<p>Dumm nur, dass besonders in Krisenzeiten genau diese ausserordentlichen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten mit Erfahrung gesucht werden. Ein Oberst i Gst schrieb mir dazu in diesem Sommer:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201cMan\u201d erinnert sich auch in der Wirtschaft pl\u00f6tzlich wieder alter \u201cgeneralst\u00e4blicher Tugenden\u201d und die sind gefragt wie seit langem nicht mehr. Die Geschichte beginnt sich zu wiederholen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dominik Feldges hat vom Dreisatz &#8220;A-E-K&#8221; (Aussage &#8211; Erkenntnis &#8211; Konsequenz) nur das &#8220;A&#8221; beleuchtet. Seine Aussage stimmt. Der Frage, wieso dies heute der Fall ist, geht er nicht nach. Deshalb fehlen auch Empfehlungen, was zu tun ist.<\/p>\n<p>Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber die milit\u00e4rische Ausbildung k\u00f6nnte hier Abhilfe schaffen. Das zeigt das Zitat von <a href=\"http:\/\/blogs.harvardbusiness.org\/frontline-leadership\/2009\/02\/why-the-military-produces-grea.html\" target=\"_blank\">Colonel Tom Kolditz<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><em>Military leadership is based on a concept of duty, service, and self-sacrifice; we take an oath to that effect. We view our obligations to followers as a moral responsibility, defining leadership as placing follower needs before those of the leader, and we teach this value priority to junior leaders. [&#8230;]<br \/>\n<strong>CEOs have to start leading like generals\u2014even if that means living a lifestyle in common with their troops.<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wer l\u00e4ngerfristig denkt und auch in st\u00fcrmischen Zeiten das Ruder fest in den H\u00e4nden halten will, ist gut beraten, sich eine milit\u00e4rische F\u00fchrungsausbildung anzueignen. Das empfiehlt auch Josef Ackermann&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"320\" height=\"265\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/nJQjz6nxmy4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><\/object><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dominik Feldges von der &#8216;Finanz und Wirtschaft&#8216; hat in seinem Editorial vom 28. November 2009 die Konzernchefs kritisch analysiert. Er kommt dabei auf den nicht gerade schmeichelhaften Schluss, der sich in seinem Titel wiederfindet: &#8220;Farblose Konzernchefs&#8221;. 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