{"id":442,"date":"2009-02-28T15:27:29","date_gmt":"2009-02-28T14:27:29","guid":{"rendered":"http:\/\/mmexm.wordpress.com\/?p=442"},"modified":"2009-02-28T15:27:29","modified_gmt":"2009-02-28T14:27:29","slug":"gedanken-von-dr-hummler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=442","title":{"rendered":"Gedanken von Dr. Hummler"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des &#8220;Come-Together&#8221; Anlasses der Generalstabsschule (&#8220;KORPSGEIST&#8221;) hat der Generalstabsoberst und Teilhaber der Bank Wegelin, Herr Dr. Konrad Hummler einige \u00fcberlegenswerte Gedankeng\u00e4nge vorgestellt, die ich selbst noch etwas ausf\u00fchre:<\/p>\n<ul>\n<li>Das <strong>n\u00e4chste grosse Problem<\/strong> wird die <strong>Staatsverschuldung<\/strong> sein &#8211; weltweit. Die vielen Stimulus-Pakete und die sonst schon desolate Finanzlage der \u00f6ffentlichen Kassen, die Verpflichtungen gegen\u00fcber Rentenbez\u00fcgern und was da alles noch dazu kommt, wird einige Staaten an den Staatsbankrott f\u00fchren. Die Angriffe auf das Bankkundengeheimnis sind deshalb auch unter diesen Vorzeichen zu sehen, denn es sind v.a. jene Staaten, die den Druck auf die Schweiz erh\u00f6hen, die selbst tief in der finanziellen Kacke stecken. Von Investitionen in Staatsanleihen und W\u00e4hrungen solcher Staaten ist deshalb Abstand zu nehmen.<\/li>\n<li>Wenn ein Staat zusammenbricht stellt sich unweigerlich die Frage: <strong>Wer steht in der Verantwortung<\/strong> und wer wird von der &#8220;\u00d6ffentlichkeit&#8221; zu einem S\u00fcndenbock gemacht? Dass die Politiker dabei auf sich selbst zeigen, ist unwahrscheinlich, auch wenn sie viel dazu beigetragen haben. Schliesslich sind diese Menschen ja f\u00fcr die Rahmenbedingungen verantwortlich, welchen sich die Unternehmen und B\u00fcrger anpassen.<br \/>\nVermutlich wird sich die Wut einmal mehr an den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen festmachen: an den Reichen, den Bankern, den \u00d6l- und Strombaronen (fr\u00fcher waren das meist Juden&#8230;). Dann ist Sachlichkeit und Verstand gefragt!<\/li>\n<li>Dr. Hummler ortet in der Schweiz ein &#8220;F\u00fchrungsproblem&#8221; &#8211; <strong>es fehlen die guten, krisenerprobten F\u00fchrungskr\u00e4fte, die auch nicht von der gef\u00e4hrlichsten M\u00f6glichkeit zur\u00fcckschrecken.<\/strong> Nicht nur der Bundesrat besteht in seinem Kollektiv aus mittelm\u00e4ssigen bis schwachen Pers\u00f6nlichkeiten, auch die Unternehmen werden vielfacht von Sch\u00f6nwetterkapit\u00e4nen gef\u00fchrt (?).<br \/>\nVorbei die Zeiten, als es hiess: &#8220;Bankdirektor, Nationalrat und Oberst i Gst \/ Regimentskommandant&#8221;. Vor wenigen Monaten beurteilte man diesen Umstand als w\u00fcnschenswert, doch heute fehlt genau diese Erfahrung in der obersten Chefetage. In der Generation der 40-60-J\u00e4hrigen fehlt eine ganze Crew an milit\u00e4risch erprobten F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten.<\/li>\n<li>Nicht nur dass uns diese F\u00fchrer aktuell fehlen, auch der <strong>Nachwuchs<\/strong> ist schwach. Jahr f\u00fcr Jahr fehlen junge Offiziere &#8211; und das, trotz massiv verkleinerter Armee. Eine 640&#8217;000 Mann Armee k\u00f6nnte man heute nicht mehr f\u00fchren, die Kader fehlen. Aber was f\u00fcr Personen \u00fcbernehmen in den n\u00e4chsten, schwierigen Jahren die Unternehmen? Es sind wiederum meist unerfahrene Manager, die ihre Sporen in guten Zeiten abverdient haben und kaum Krisenerfahrung mitbringen.<\/li>\n<li>Das <strong>Netzwerk<\/strong> der jungen F\u00fchrungskr\u00e4fte ist heute schwach. Vielleicht kennt man sich von Parties, man kennt also die Schokoladeseite. Aber eine gemeinsame Erfahrung w\u00e4hrend einer herausfordernden Zeit &#8211; wie sie das Milit\u00e4r mit seinen unz\u00e4hligen \u00dcbungen bietet &#8211; ist nicht vorhanden. Wie sollen diese Leute wissen, auf wen sie sich verlassen k\u00f6nnen? Wer einen klaren Kopf bewahrt?<\/li>\n<li>Die <strong>zeitliche Belastung<\/strong> von Manager steigt st\u00e4ndig an. Die Frage ist allerdings, ob diese Belastung eine Ableitung von fehlender Verteilung der Arbeit (Stabsorganisation), fehlender M\u00f6glichkeit zur Delegation (Auftragstaktik\/Befehlstaktik) oder fehlender Organisation der Person (Zeitplan, Pendenzenliste) ist. Ein deutliches Zeichen, dass mit der Belastung etwas nicht stimmt, zeigen die L\u00f6hne, die oft 2-3 Personen ern\u00e4hren k\u00f6nnten.<\/li>\n<li><strong>Qualit\u00e4ten der milit\u00e4rischen Ausbildung<\/strong>:<br \/>\n&#8211; Erfahrung durch Repetition (Drill) und Improvisation (Anwendungsstufe) bzw. Bildung von Automatismen (Drill) und Kombinatorik (Anwendungsstufe)<br \/>\n&#8211; Abwechslung zwischen F\u00fchrungserfahrung und Unterstelltenverh\u00e4ltnis<br \/>\n&#8211; Pr\u00e4zision, Treue, P\u00fcnktlichkeit, klare Sprache<br \/>\n&#8211; \u00dcberwinden von toten Punkten (&#8220;aber trotzdem..&#8221;)<br \/>\n&#8211; Milit\u00e4r kennt weniger das Problem von: &#8220;Je besser sie ausgebildet sind, desto schneller sind sie weg.&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dr. Hummler kommt zu Schluss, dass der Schweiz aktuell nicht nur eine Strategie fehlt, sondern v.a. ein Ziel. Dieses k\u00f6nnte etwa lauten: &#8220;Wir werden nicht zum Problem der anderen&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des &#8220;Come-Together&#8221; Anlasses der Generalstabsschule (&#8220;KORPSGEIST&#8221;) hat der Generalstabsoberst und Teilhaber der Bank Wegelin, Herr Dr. Konrad Hummler einige \u00fcberlegenswerte Gedankeng\u00e4nge vorgestellt, die ich selbst noch etwas ausf\u00fchre: Das n\u00e4chste grosse Problem wird die Staatsverschuldung sein &#8211; weltweit. 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