{"id":293,"date":"2008-12-18T23:29:10","date_gmt":"2008-12-18T22:29:10","guid":{"rendered":"http:\/\/mmexm.wordpress.com\/?p=293"},"modified":"2008-12-18T23:29:10","modified_gmt":"2008-12-18T22:29:10","slug":"what-if","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=293","title":{"rendered":"What if?"},"content":{"rendered":"<p>Stellen wir uns mal vor, der US-Dollar (USD) bricht an einem Tag massiv (10% und mehr) gegen\u00fcber allen anderen W\u00e4hrungen ein (Das WIRD so sein, eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter!). Was wird dann in der Schweiz geschehen? Ein (worst case) Szenario:<\/p>\n<ol>\n<li>Viele Investoren (v.a. Kleinanleger), welche noch Anlagen in USD haben, w\u00fcrden ihren Banken den Auftrag geben, diese Anlagen sofort zu ver\u00e4ussern und die USD in CHF zu wechseln. (Gem\u00e4ss Schweizer Nationalbank (<a href=\"http:\/\/www.snb.ch\/de\/mmr\/reference\/report_iip_2007\/source\/report_iip_2007.de.pdf\">SNB<\/a>) waren 2007 rund CHF 1&#8217;000 Mia. in USD angelegt. Die wollen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zur\u00fcck.) Der Schweizer Franken gilt als sicherer Ort. Es wird also viel Geld in CHF gewechselt werden.<\/li>\n<li>Die Banken ben\u00f6tigen f\u00fcr diesen Austausch Schweizer Franken. Diese Liquidit\u00e4t steht an normalen Tagen bereit. An dem Tag, an dem viele ihre USD los werden wollen, wird dies bei Weitem nicht reichen. Sie m\u00fcssen sich die Liquidit\u00e4t beschaffen. Entweder sie ver\u00e4ussern liquide Anlagen in CHF (z.B. Schweizer Aktien) oder sie nehmen Geld bei der SNB auf.<\/li>\n<li>Gleichzeitig handeln sich die Banken mit den jetzt erworbenen USD ein enormes Risiko ein. Da der Kurs weiter f\u00e4llt, schmilzt der Wert dieser Cash-Position in jeder Minute. Als weg damit!<\/li>\n<li>Da es nicht nur Schweizer Banken gibt, werden alle pl\u00f6tzlich sehr viel USD verkaufen wollen. Der Kurs f\u00e4llt weiter. Der Verlust bei den Banken steigt.<\/li>\n<li>Die Banken stehen auf die Bremse, das Risikomanagement beginnt zu wirken und pl\u00f6tzlich werden Maximallimiten f\u00fcr das Wechsel von USD in CHF festgelegt. Dumm, wer jetzt noch USD h\u00e4lt&#8230;<\/li>\n<li>Die Medien bereichten jetzt mit Sondersendungen davon, dass den Banken die Schweizer Franken ausgehen. Nun folgt die Massenpanik der Bev\u00f6lkerung, welche sich kaum mit diesem Thema besch\u00e4ftigen. Sie rennen zum Geldautomaten und heben Cash ab. Dumm nur, dass sie damit das Problem noch versch\u00e4rfen. Denn diese Automaten sind pl\u00f6tzlich leer. Womit soll man jetzt bezahlen?<\/li>\n<li>Man bezahlt jetzt mit der Kredit- oder Debit-Karte, was wahrscheinlich zu einem Zusammenbruch des Systems f\u00fchren wird (Schon erlebt, erinnern Sie sich an das Chaos?) Mit Cash ist man jetzt gut bedient!<\/li>\n<li>Wie steht es in diesem Szenario um die \u00f6ffentliche Ruhe? Wird Migros und Coop schliessen m\u00fcssen, weil die Leute nicht mehr bezahlen k\u00f6nnen und drohen, die Waren unbezahlt zu entwenden? Wird damit die Versorgungslage der Schweiz massiv Schaden nehmen? M\u00f6glich.<\/li>\n<li>Und was ist mit der AHV und den Pensionskassen? Was, wenn die USA auf einemal keine USD mehr entgegen nimmt? Sind diese Verm\u00f6gen dann verloren bzw. auf einmal wertlos? M\u00f6glich&#8230;Ausserdem:<\/li>\n<li>Derweil fallen die Aktien in USD. Ausl\u00e4ndische Investoren verscherbeln, was noch in den B\u00fcchern steht. Gold und Silber werden als alternatives Zahlungsmittel gesucht. Die Auslieferung von Gold- und Silberm\u00fcnzen nimmt schlagartig zu.<\/li>\n<li>Viele wichtigen Rohstoffe (Oel, Weizen, Baumwolle, Zinn, Zink) werden in USD gehandelt. Ihr Preis wird infolge des fallenden USD in die H\u00f6he katapultiert. Da die Unsicherheit zu gross wird, werden sie pl\u00f6tzlich in einer anderen W\u00e4hrung (EUR? CNY? JPY? CHF?) gehandelt.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Amerikaner werden nun alle bisher importierten G\u00fcter (und das sind ja pro Tag immerhin G\u00fcter im Wert von \u00fcber USD 2 Mia.) auf einen Schlag viel teurer (was f\u00fcr uns ein sinkender USD ist f\u00fcr die Amerikaner ein steigender CHF). Es folgt sp\u00e4ter die <a href=\"http:\/\/mmexm.wordpress.com\/2008\/12\/18\/hyper-hyper\/\">Hyperinflation<\/a> (<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hyperinflation\">Wikipedia<\/a>). Damit w\u00e4ren wir genau dort angelangt, so <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/africa\/4665854.stm\">Simbabwe<\/a> heute schon ist.<\/li>\n<li>Da die Warenstr\u00f6me, die unterwegs auf den Weltmeeren oder in den Frachtflugzeugen pl\u00f6tzlich kein eindeutiges Preisschild mehr tragen, wird deren Auslieferung verz\u00f6gert. Es entstehen \u00fcberall Engp\u00e4sse in der Versorgung, was zu steigenden Preisen f\u00fchren wird.<\/li>\n<li>Um ein weiterer Abfluss von USD zu vermeiden, werden die US-Zinsen massiv erh\u00f6ht. Ob&#8217;s hilft? F\u00fcr Investitionen in den USA ist dies der Todesstoss. Was tun? Tiefe Zinsen, hohe Zinsen?<\/li>\n<li>Politiker jeglicher Couleur werden mit dem Finger auf den Kapitalismus, die Finanzwelt, die Amerikaner und sicher viele andere typische S\u00fcndenb\u00f6cke zeigen. F\u00fcr den B\u00fcrger wird es schwer, hier den Durchblick zu halten. Es \u00fcbernehmen die niederen Instinkte (Gier, Furcht, Neid&#8230;), was zu gef\u00e4hrlichen Entwicklungen f\u00fchren kann.<\/li>\n<li>Auf der oberen politischen Ebene schmelzen die Sicherungen durch. Der Handel zwischen USA und anderen Staaten wird eingeschr\u00e4nkt oder kann sogar gestoppt werden. Gut, wer dann nicht in den USA sitzt und in die Schweiz muss&#8230;<\/li>\n<li>Und dann folgt die Abkoppelung der USA vom Rest der Welt&#8230;<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Konsequenzen\/Handlungsvorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p>Schaden abwenden, sich vorsorgen:<\/p>\n<ul>\n<li>Anlagen in USD in CHF wechseln.<\/li>\n<li>Keine Bank- oder Finanz-Aktien bis nach einer allf\u00e4lligen Beruhigung!<\/li>\n<li>Jederzeit genug fl\u00fcssige Mittel (Cash) auf sich tragen.<\/li>\n<li>Das Geld bei verschiedenen Instituten halten, bereits in Schieflage geratene Grossbanken meiden.<\/li>\n<li>Davon ausgehen, dass internationale Waren (z.B. Fr\u00fcchte) teurer werden<\/li>\n<li>Unternehmen, die einen grossen Anteil der Produkte in den USD-Markt absetzen (z.B. Roche, Novartis, Swatch) verkaufen\/meiden.<\/li>\n<li>Grosseink\u00e4ufe in USD zur\u00fcckstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Von der Situation profitieren:<\/p>\n<ul>\n<li>USD shorten (wie schon mit Erfolg geschehen).<\/li>\n<li>Bank-Aktien shorten.<\/li>\n<li>Gold und Silber callen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es steht jedem frei, sich vorzubereiten auf diesen Fall&#8230; OK, vielleicht etwas \u00fcbertrieben, aber was verliert man, wenn es besser kommen sollte? Nicht viel. Aber was verliert man, wenn man nicht vorbereitet ist..?<\/p>\n<p>&#8230;und das alles nur, weil die USA seit Jahren nur noch konsumiert und auch sonst nur noch fetter wird (wozu br\u00e4uchten sie sonst so viele SUV?). Wir sollten uns h\u00fcten, in die selbe Richtung zu laufen&#8230; aber das gibt wieder einen separaten Eintrag&#8230;<\/p>\n<p>Den Film dazu gibt es bei <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4VoeZD546Y4\">YouTube<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen wir uns mal vor, der US-Dollar (USD) bricht an einem Tag massiv (10% und mehr) gegen\u00fcber allen anderen W\u00e4hrungen ein (Das WIRD so sein, eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter!). Was wird dann in der Schweiz geschehen? 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