{"id":2414,"date":"2026-10-29T00:00:00","date_gmt":"2026-10-28T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=2414"},"modified":"2026-10-29T22:20:25","modified_gmt":"2026-10-29T21:20:25","slug":"die-fehlende-standortbestimmung-der-sog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=2414","title":{"rendered":"Die fehlende Standortbestimmung der SOG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die SOG und die OG Panzer (+) zanken sich aktuell um das Rollenverst\u00e4ndnis der SOG in der Sicherheitspolitischen Diskussion in der Schweiz. F\u00fcr die einen ist die SOG zu zahm oder zu zur\u00fcckhaltend, f\u00fcr die anderen h\u00e4lt sie die Balance. Dazu kommen Anschuldigungen gg\u00fc dem CdA a D im Zusammenhang mit dem F(ail)-35. Man fragt sich als Offizier unweigerlich: DQS? \u2013&nbsp;Um was geht es?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die OG Panzer fasst zusammen, die SOG verf\u00fcge <em><a href=\"https:\/\/www.ogpanzer.ch\/single-post\/nzzas-friendly-fire-wieso-schmerzt-die-eigene-kugel-nicht-mehr\">&#8220;<strong>weder \u00fcber eine erkennbare sicherheitspolitische Agenda noch \u00fcber klar formulierte politische Kernforderungen<\/strong>.&#8221;<\/a><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kritik scheint berechtigt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wof\u00fcr steht die SOG ein \u2013\u00a0ausser den \u00fcblichen Floskeln von &#8220;<em>verteidigungsf\u00e4hige, moderne, gut ausger\u00fcstete Armee,<\/em> <em>&#8230;. bla bla bla&#8230;<\/em>&#8220;. Diese metaphysische Ebene ist mittlerweilen so abgelutscht wie der Textbaustein Nr. 1 des VBS, das jede Massnahme, jede Reorganisation und jeden Besuch im Ausland mit dem Hinweis begr\u00fcndet: <a href=\"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=2243\">&#8220;St\u00e4rkt die Verteidigungsf\u00e4higkeit&#8221;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Will die SOG also mehr Geld? Mehr Tempo? Weniger B\u00fcrokratie? Welches sind die konkreten Massnahmen? Ich w\u00fcsste aktuell nicht, was ich da aufz\u00e4hlen sollte. Aber hey, ich bin ja nur ein kleiner Of a D&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht w\u00e4re es nur schon von Vorteil, wenn die SOG den Mut zu einer Standortbestimmung h\u00e4tte, die nicht nach einem Abklatsch einer NDB-Mitteilung oder eine Ansprache eines Politikers aussieht. Eine Standortbestimmung aus der Ferne, im gr\u00f6sseren Rahmen, mit Weitblick, Mut und Offenheit f\u00fcr unbequeme \u00c4usserungen. Ein solches Dokument w\u00fcrde die SOG zweifellos sofort ins Rampenlicht stellen und sie als auch von VBS und R\u00fcstungsindustrie unabh\u00e4ngige Organisation positionieren. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischenruf: Die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere (GGstOf) hatte diese Chance im Rahmen der Diskussion um die WEA auch \u2013&nbsp;sie hat die Chance vertan. Heute ist sie ein C\u00fcpli-Club.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Beitrag zu dieser Standortbestimmung folgt unten. Wenn sich die SOG-Offiziere zu einer solchen Position durchringen k\u00f6nnten, die definitiv nicht einer aktuell weit verbreiteten Linie entspricht, so k\u00f6nnte dies ihr Gewicht in der Diskussion durchaus positiv beeinflussen. Ganz wichtig erscheinen mir aber die ersten beiden Punkte. Nur wer diese Erkenntnis gewinnt, wird danach die richtigen Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft ableiten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <strong>Standortbestimmung Schweizer Sicherheitspolitik der SOG<\/strong> (= Entwurf MMM)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00fcckblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ja, wir lagen falsch. Unsere Beurteilung der l\u00e4ngerfristigen Sicherheit im europ\u00e4ischen wie auch im globalen Umfeld war in den vergangenen Jahrzehnten falsch. Die kurzfristige Ausrichtung der Armee auf &#8220;wahrscheinliche&#8221; Bedrohungen und internationale Eins\u00e4tze f\u00fchrte dazu, dass sich die Armee \u00fcber Jahre von ihrem Hauptauftrag, der Verteidigungsf\u00e4higkeit entfernt hat. F\u00e4higkeiten, Systeme, geheime Standorte wurden bewusst aufgegeben, ohne dass wir uns dagegen gewehrt haben. Im Gegenteil. <\/li>\n\n\n\n<li>Wir h\u00f6rten auf die falschen Experten und vertrauten zu sehr dem VBS und der Armeef\u00fchrung. Wir haben die Vorschl\u00e4ge des VBS und der Armeef\u00fchrung unterst\u00fctzt und damit zur Zerst\u00f6rung der Armee beigetragen. Wir haben Kritiker und ihre faktenbasierten und historisch abgest\u00fctzten Meinungen zu weinig ernst genommen und sie in der \u00f6ffentlichen Diskussion als zur\u00fcckgeblieben und nicht mehr zeitgem\u00e4ss diffamiert. Die heutige Situation beweist, dass sie mit ihren fr\u00fcheren Einsch\u00e4tzungen richtig lagen. Wir gestehen ein, dass sie in vielen Punkten rechtbehalten haben. Wir anerkennen unsere Fehleinsch\u00e4tzung und nehmen konstruktive Kritik in Zukunft st\u00e4rker in unseren Beurteilungen auf.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Globale Lage Heute<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hybride Bedrohungsformen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr schlecht oder gar nicht einer Partei zuweisbar sind. Einer Agenda folgenden Interpretation der Ereignisse, ohne stichhaltige Beweise pr\u00e4sentieren zu m\u00fcssen, sind T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Wir sind gut beraten, keine vorschnellen Schl\u00fcsse zu ziehen und Gegenargumente aufmerksam Geh\u00f6r zu schenken. Wir anerkennen, dass die in der \u00d6ffentlichkeit diskutierte Bedrohungsanalyse stark von den gleichen (oft staatsnahen) Gruppen und Personen gepr\u00e4gt wird, die in der Vergangenheit uns zu falschen Entschl\u00fcssen geleitet haben. Alternative Beurteilungen werden mit der gleichen, wenn nicht sogar gr\u00f6sseren Vehemmenz wie damals bek\u00e4mpft. Dabei ist festzustellen: Die Lage zeigt sich nicht so eindeutig, dass die Konsequenzen einfach ableitbar sind. Es braucht verschiedene Szenarien, um alle Richtungen abzudecken.<\/li>\n\n\n\n<li>Die unipolare, westlich gepr\u00e4gte Welt wird von einer <a href=\"https:\/\/audiaturetalterapars.ch\/2026\/09\/04\/geopolitische-wochenschau-36-26-wollen-ist-nicht-konnen\/#%E2%AD%90%EF%B8%8F%E2%AD%90%EF%B8%8F%E2%AD%90%EF%B8%8F%E2%AD%90%EF%B8%8F%E2%AD%90%EF%B8%8F_Nodes_Not_Poles_Why_the_New_Geoeconomic_Order_Is_Multinodal_Not_Multipolar\">multinodalen Welt<\/a> abgel\u00f6st. Neue Sicherheitsarchitekturen sind in Entstehnung. Politisch beeinflusste Lieferketten ver\u00e4ndern Industrien. Die Wirtschaftliche Souver\u00e4nit\u00e4t gewinnt an Bedeutung. Die verl\u00e4ssliche, physische Verf\u00fcgbarkeit von Energietr\u00e4gern, Neben- und Endprodukten wird wichtiger als die Energiepreise an den B\u00f6rsen. Der disruptive KI-Hype rafft Tausende von Arbeitspl\u00e4tzen dahin, verschlingt extreme Mengen an Energie und ist im Westen v.a. wegen fehlender Stromkapazit\u00e4ten kaum noch ausbaubar.<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>wirtschaftliche Lage Europas<\/strong> und der Ausblick sind schlecht. Hohe Energiepreise lassen die Margen schrumpfen. Die Konkurrenz aus China erlaubt keine Preiserh\u00f6hungen. Die Folge davon sind Industrieabwanderung oder Insolvenzen, Massenentlassungen und ein nachfolgend erodierender Mittelstand. Dazu kommt die Unzufriedenheit mit der Migrationspolitik. Tektornische Verschiebungen bei den politischen Parteien oder Soziale Unruhen sind in vielen L\u00e4ndern zu sehen.<\/li>\n\n\n\n<li>Europa befindet sich in einem <strong>starken Aufr\u00fcstungszyklus<\/strong>. Die finanziellen Mittel dazu werden entweder durch Einsparungen bei Sozialwerken und Bildung, h\u00f6heren\/neuen Steuern oder \u00fcber neue Schulden beschafft. Die bereits sehr angespannte finanzielle Lage der L\u00e4nder scheint dabei nicht bremsend zu wirken. Die EU geb\u00e4rdet sich immer absoluter, verh\u00e4ngt Sanktionen gegen ihre eigenen B\u00fcrger und Unternehmen, \u00fcbernimmt die F\u00fchrung bei der Aufr\u00fcstung und w\u00fcrgt der Wirtschaft mit \u00fcbertriebenen Regulierungen den letzten Atem ab. Bereits gibt es erste Anzeichen, dass sich einige Mitglieder der EU nicht mehr so freundlich gesinnt sind und sich gegenseitig die Schuld f\u00fcr die Krise in die Schuhe schieben wollen. Auf der anderen Seite gibt es Profiteure oder jene, die sich erfolgreich aus den Querelen halten k\u00f6nnen. Dass sich die Schweiz diesem Wettbewerb um den Titel des gr\u00f6ssten Profiteurs aus der Krise entziehen kann, ist unwahrscheinlich. Eher ist zu erwarten, dass (v.a. finanzielle) Forderungen an die Schweiz gestellt werden (&#8220;<strong>Schutzgelder<\/strong>&#8220;). Damit soll sich die Schweiz &#8220;solidarisch&#8221; an den Kosten beteiligen, welche die L\u00e4nder aufgebracht haben und unter deren Schutz die Schweiz nun profitiert \u2013 v.a. ohne eigene einsatzf\u00e4hige Armee.<\/li>\n\n\n\n<li>Durch die <strong>westliche Aufr\u00fcstung<\/strong>, die sich prim\u00e4r innerhalb dieses westlichen Zirkels abspielt und kaum R\u00fcstungsg\u00fcter von Ausserhalb beschafft, konkurrenzieren sich die Staaten gegenseitig am Markt. Jeder will m\u00f6glichst schnell, m\u00f6glichst viele Waffensysteme beschaffen. Geld spielt fast keine Rolle. Die R\u00fcstungskonzerne sind zwar bestrebt, ihre Kapazit\u00e4ten m\u00f6glichst rasch zu erh\u00f6hen, doch sie stossen dabei an vielen Orten an Grenzen bei der Supply Chain: Die Rohstoffbeschaffung (z.B. das Sch\u00fcrfen und Verarbeiten der &#8220;Kritischen Erden&#8221;, das fast komplett in den H\u00e4nden Chinas liegt oder chemische Grundstoffe f\u00fcr die Produktion von Granaten, die aus Oel und Gas hergestellt werden). Dazu fehlen auch das qualifizierte Personal oder g\u00fcnstige Energie. Es ist unwahrscheinlich, dass alle Besteller rechtzeitig ihre Systeme erhalten und ihre Soldaten daran ausbilden k\u00f6nnen, um in einem Gefecht zu bestehen. Dazu kommt, dass die angebotenen Systeme (von modernen Drohnen einmal abgesehen) in ihrer Technologie bereits so alt sind, dass ihre Ineffektivit\u00e4t in den aktuellen Konflikten bereits mehrfahc ausgewiesen ist (z.B. Patriot PAC-3). Die L\u00e4nder steigern mit ihren K\u00e4ufen also nicht ihre Kampfkraft bis zur \u00dcberlegenheit, sondern kaufen sich h\u00f6chstens ein paar Tage Zeit im Gefecht bis auch diese Systeme von billigen Drohnen oder Hyperschallraketen vernichtet sind. Und ob in den gelieferten Raketen dann sicher auch die kleinen, aber entscheidenden Permanent-Magnete eingebaut sind, die f\u00fcr die Navigation ben\u00f6tigt werden, sieht man erst nach dem Abschuss \u2013 doch dann ist&#8217;s zu sp\u00e4t. Die gesamte westliche Aufr\u00fcstung ist somit reine Augenwischerei die h\u00f6chstens ein sehr teuer erkauftes &#8220;Potemkinsches Dorf&#8221; zustande bringt.<\/li>\n\n\n\n<li>Auf der anderen Seite \u2013&nbsp;also jener, die gerne als Feind oder Gegner bezeichnet wird \u2013 wurde seit Jahren in neue Systeme, neue Technologien und kriegst\u00fcchtige Produkte investiert. Die Lager sind voll und f\u00fcllen sich mit mehrfacher Geschwindigkeit als die gesamte westliche R\u00fcstungsindustrie zu produzieren vermag. <strong>Rein technologisch\/qualitativ und quantitativ sind diese L\u00e4nder n\u00fcchtern und realistisch betrachtet dem Westen in konventioneller Kriegst\u00fcchtigkeit haushoch \u00fcberlegen<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>In Zeiten des Krieges galloppiert die <strong>Entwicklung der Waffensysteme<\/strong> davon. Der Innovationszyklus auf dem Schlachtfeld in der Ukraine betr\u00e4gt h\u00f6chstens wenige Monate. EKF-Formationen analysieren abgest\u00fcrzte Lenkwaffen und richten ihre Wellen und Impulse neu aus. Eine Beschaffung in diesen Zeiten ist reine Geldverschwendung, weil die eingesetzten Systeme innert Wochen &#8220;geknackt&#8221; werden k\u00f6nnen. Bei den aktuellen Beschaffungszeiten ist der Verlust an Kampfkraft garantiert.<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>wirtschaftliche Lage<\/strong> der Schweiz ist vergleichsweise noch sehr komfortabel. Gr\u00f6ssere Ver\u00e4nderungen zeigen sich heute schon im Zusammenhang mit der KI und der Verschiebung der globalen Banken-Zentren in Richtung Asien. Die Abh\u00e4ngigkeit von der europ\u00e4ischen Industrie, v.a. im Zulieferbereich, l\u00e4sst aber Schlimmes erwarten.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Schweizer Armee ist heute <strong>nicht verteidigungsf\u00e4hig<\/strong>. Wovor die Kritiker der &#8220;WEA&#8221; einst warnten, ist heute Realit\u00e4t. Die versprochenen Eckwerte der letzten Reform &#8220;WEA&#8221; wurden nicht vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt. So fehlt es z.B. weiterhin an einer vollst\u00e4ndigen Ausr\u00fcstung. Wie ohne Ausr\u00fcstung erfolgreich mobilisiert werden soll, bleibt weiterhin ein Geheimnis. Auch wenn die Armee Jahr f\u00fcr Jahr beteuert, alle Aufgaben erf\u00fcllt zu haben, so bleibt sie den Beweis f\u00fcr ihre Kernaufgabe, die Verteidung, schuldig. Die seit den 90er-Jahren versprochenen h\u00f6heren Mittel f\u00fcr Investitionen, die durch Effizienz, Zentralisierung und Verkleinerung zulasten der Betriebskosten h\u00e4tten zustande kommen sollen, wurden nie erreicht. Mit der Modernisierung nahm auch die Anzahl der Fehlschl\u00e4ge bei den Beschaffungen zu. Zu komplexe Systeme mit vielen Schnittstellen, Interdependenzen und teuren Anpassungen brachten am Schluss mehr Frust als Wirkung im Ziel. Viele Fehler mussten und m\u00fcssen noch heute korrigiert und\/oder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden (Mobilmachung, Fest Mw, ui Anl). <strong>Niemand wurde je wegen dieser Fehlentscheide zur Rechenschaft gezogen, weil sie bis jetzt niemand eingestanden hat<\/strong>. Diese Verantwortungslosigkeit muss beendet werden! Was die Armee-Abschaffungsinitiative einst nicht geschafft hat, hat das VBS selbst hinbekommen: Das System &#8220;Armee&#8221; mit seiner VBS-B\u00fcrokratie hat sich selbst lahmgelegt. Kurz vor dem immer wahrscheinlicher werdenden 3. Weltkrieg steht die Schweiz vor einer Armee im Abgrund. Sie ist als Gesamtsystem NICHT einsatzf\u00e4hig.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Armee w\u00e4re grunds\u00e4tzlich die <strong>Versicherung<\/strong>, wenn die Politik versagt und es nicht schafft, mit Aussenpolitik, Diplomatie und anderen Mitteln die Staatsf\u00fchrung eines anderen Landes (oder eine multinationalen Organisation) davon abzuhalten, uns ihren Willen aufzudr\u00fccken. Die Schweizer Aussenpolitik ist aber aktuell so schwach, dass sie von selbst einknickt und selbst Vertr\u00e4ge mit grossen negativen Wirkungen auf unser Staatswesen unterschreibt. Diese Schw\u00e4che f\u00fchrt ihrerseits dazu, dass die Schweiz zum Spielball wird. Mit einer schwachen Armee an ihrer Seite hat sie auch keinen Kn\u00fcppel mehr, um sich den n\u00f6tigen Respekt zu verschaffen. Die Misere der Armee ist damit gleichzeitig eine Misere der Politik. Wer die Armee retten will, muss sie entpolitisieren und entb\u00fcrokratisieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Wer von Anfang an davon ausgeht, dass die Schweizer Armee eingesetzt wird, gesteht damit nur ein, dass alle anderen, zivilen &#8220;Verteidigungslinien&#8221; versagen werden. Wenn aber die Versicherung (Armee) wegf\u00e4llt, darf man in der Politik keine Risiken mehr eingehen! <strong>Die (verteidigungsunf\u00e4hige) Armee als letztes Mittel muss daher unter allen Umst\u00e4nden davor bewahrt werden, einen milit\u00e4rischen Konflikt austragen zu m\u00fcssen, weil eine Niederlage bereits heute feststeht<\/strong>. Die Verantwortung, die Schweiz unversehrt durch diese Zeit zu f\u00fchren, liegt aktuell einzig bei den anderen, zivilen Dimensionen. Wie wir oben ausgef\u00fchrt haben, ist aber auch dieses Mittel schwach. Ein Herumwerfen des Ruders ist aber schneller machbar, als bei der Armee. Deshalb muss dort der Hebel angesetzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Konsequenzen \u2013&nbsp;Das Ganze halt!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der in einer Beurteilung der Lage (Auftrag, Umwelt, gegnerische und eigene Mittel, Zeit) jetzt entscheidende Punkt ist die <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Zeit<\/strong><\/span>. Wenn die Nachrichtendienste davon ausgehen, dass ein Krieg in Europa in den n\u00e4chsten 3-5 Jahren (oder noch fr\u00fcher) stattfinden wird, so sind s\u00e4mtliche jetzt getroffenen Massnahmen prim\u00e4r vor dem Faktor Zeit zu beurteilen. Es bringt nichts, 2040 (vielleicht) ein vollst\u00e4ndig ausger\u00fcstetes Fliegerabwehr Regiment (mit Technologien aus den 2010er-Jahren) in Dienst zu stellen und sich stur an diesen Plan zu halten, wenn die geforderte Leistung schon viel fr\u00fcher ben\u00f6tigt wird. Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen auch in Zukunft Systeme beschafft werden, aber dies ist angesichts der technologischen Entwicklung vorerst sekund\u00e4r.<\/li>\n\n\n\n<li>Was die Offiziere in jeder \u00dcbung als Handungsrichtlinie erhalten haben, muss jetzt erst recht gelten: Wir k\u00f6nnen nur nutzen, was wir haben und was auch funktioniert. Alle anderen, fiktiven, gew\u00fcnschten Leistungen sind nicht verf\u00fcgbar. Es braucht deshalb sofort eine &#8220;<strong>Due Diligence<\/strong>&#8220;, um genau zu erfassen, was jetzt einsatzf\u00e4hig ist, was innert kurzer Zeit und ohne weitere Gelder, Ger\u00e4te oder Personal repariert werden kann und wie gross die effektive Durchhaltef\u00e4higkeit ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Alle <strong>R\u00fcstungsgesch\u00e4fte<\/strong>, die nicht innerhalb eines Jahres abgeschlossen und eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, sind zu <strong>sistieren<\/strong>. Sie verschlingen heute Geld, Personal und Zeit das an dringenderen Orten ben\u00f6tigt wird. Diskussionen \u00fcber mehr Geld f\u00fcr R\u00fcstungsg\u00fcter sind sinnlos, weil wir die Zeit f\u00fcr die Beschaffung gar nicht mehr haben, nicht wissen, ob wir die bestellten G\u00fcter \u00fcberhaupt erhalten und ob die Mittel eines Tages zur Kampfkraft beitragen werden oder nur Geldvernichtungssysteme sind. Die Ausgangslage ist zu unsicher, um Milliarden an Steuergelder zu vergeuden. Auf alles W\u00fcnschbare in der Armee (Solard\u00e4cher, Diversity-Beauftragte, Kugelhangsanierungen, Truppen im Ausland) ist zu verzichten. Damit werden Gelder f\u00fcr kurzfristige Massnahmen frei. Die Armeef\u00fchrung bekommt mehr Handlungsfreiheit.<\/li>\n\n\n\n<li>Um nicht zu schnell in einen Konflikt hineingezogen zu werden, muss die Schweiz kurzfristig zur\u00fcck zur <strong>Integralen Neutralit\u00e4t<\/strong>. Auch wenn dies nun nicht in der Verfassung steht, so steht der Weg noch immer offen. Zu unklar sind die Verh\u00e4ltnisse, als dass sich die Schweiz jetzt exklusiv auf eine Seite schlagen soll. Die Chancen falsch zu stehen sind 50%. Neutrale stehen immer auf der Gewinnerseite w\u00e4hrend jede Kriegspartei auf der Verliererseite steht. Diese Integrale Neutralit\u00e4t soll uns aus dem Fadenkreuz halten und so etwas mehr Zeit geben.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Schweiz braucht eine <strong>Integrale Verteidigungsdoktrin<\/strong>, die diesen Namen verdient und die davon ausgeht, dass uns niemand beisteht. Sie darf nicht nur milit\u00e4risch ausgestaltet sein, sondern muss diplomatische, wirtschaftliche und politische Dimensionen miteinbeziehen. Die Arbeitsgruppe, die volle Freiheit im Denken bis zum Unm\u00f6glichen und dar\u00fcber hinaus erh\u00e4lt, soll aus unternehmerisch, kreativ und unkonventionell denkenden Personen bestehen. Das Konzept unterliegt h\u00f6chster Geheimhaltung. <\/li>\n\n\n\n<li>Idealerweise wird die <strong>Umsetzung<\/strong> weder vom Bundesrat noch von der Armeef\u00fchrung gef\u00fchrt \u2013 beide Institutionen haben sich als unf\u00e4hig erwiesen und sind Hauptverantwortlich f\u00fcr die aktuelle Lage. Die Einsetzung eines (unabh\u00e4ngigen) Generals w\u00e4re wohl die einfachste L\u00f6sung. &#8220;Wirkung heute statt Versprechen morgen!&#8221; lautet die Devise. <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schlussbemerkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gedanken werden unvollst\u00e4ndig sein und da und dort noch etwas geschliffen werden m\u00fcssen. Bewusst weggelassen habe ich die Ideen zur neuen Verteidigungsdoktrin. Das ist Stoff f\u00fcr einen sp\u00e4teren Beitrag. Wichtig scheint mir viel wichtiger, die Diskussion endlich von der gefechtstechnischen Stufe wieder auf ein Niveau zu bringen, wo wir von Strategie und Doktrin reden k\u00f6nnen. Doch als Diskussionsgrundlage d\u00fcrfte es gen\u00fcgen, um eine lebhafte Debatte auszul\u00f6sen. Welches w\u00e4ren eure Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die SOG und die OG Panzer (+) zanken sich aktuell um das Rollenverst\u00e4ndnis der SOG in der Sicherheitspolitischen Diskussion in der Schweiz. 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