{"id":2400,"date":"2026-06-18T15:35:20","date_gmt":"2026-06-18T14:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=2400"},"modified":"2026-06-18T15:35:20","modified_gmt":"2026-06-18T14:35:20","slug":"wo-selbst-die-ki-aufgibt-die-komplexitat-der-schweizer-bauvorschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=2400","title":{"rendered":"Wo selbst die KI aufgibt: Die Komplexit\u00e4t der Schweizer Bauvorschriften"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweizer Immobilienwirtschaft steht vor enormen Herausforderungen: Wohnraummangel, steigende Baukosten, Fachkr\u00e4ftemangel und den Druck, nachhaltig und effizient zu bauen. Gleichzeitig k\u00e4mpft sie mit einem Regulierungsdschungel, der Projekte unn\u00f6tig verteuert und verz\u00f6gert. Ein konkretes Beispiel aus einer Gemeinde verdeutlicht das Problem eindr\u00fccklich. Bei einer Parzelle in der <strong>Wohn- und Gewerbezone 2<\/strong> lassen sich zwar einige harte Parameter relativ klar benennen \u2013 maximale zwei Vollgeschosse, Geb\u00e4udeh\u00f6he von 11 Metern, Firsth\u00f6he bis 13 Metern, Grenzabst\u00e4nde von 4 Metern und eine Ausn\u00fctzungsziffer von 0,8. Ein Attikageschoss auf Flachdach kann unter bestimmten Bedingungen (R\u00fcckvers\u00e4tze, Begr\u00fcnung) m\u00f6glich sein. Doch schon bei der vollst\u00e4ndigen Pr\u00fcfung eines Bauprojekts auf Bewilligungsf\u00e4higkeit endet die Klarheit. Hunderte von Artikeln, Tabellen, Ausnahmen, Querverweisen und Ermessensspielr\u00e4umen in kantonalen und kommunalen Bau- und Nutzungsordnungen machen eine systematische, automatisierte Pr\u00fcfung nahezu unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Sicht der Immobilienwirtschaft ist diese Komplexit\u00e4t nicht nur ein administratives \u00c4rgernis, sondern ein strukturelles Hindernis f\u00fcr Produktivit\u00e4t und Innovation. Entwickler, Investoren und Architekten verbringen einen erheblichen Teil ihrer Zeit damit, sich durch dicke PDF-Dokumente zu w\u00fchlen, Zonenpl\u00e4ne abzugleichen und Unsicherheiten mit Beh\u00f6rden zu kl\u00e4ren. Was als Schutz von Landschaft, Nachbarn und Qualit\u00e4t gedacht war, f\u00fchrt in der Praxis zu \u00fcberlangen Bewilligungsverfahren, h\u00f6heren Risiken und letztlich zu weniger bezahlbarem Wohnraum. Studien und Branchenstimmen best\u00e4tigen: Die zunehmende Regulierungsdichte bremst die Baut\u00e4tigkeit sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Bremsklotz f\u00fcr die Immobilienwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moderne Technologien wie K\u00fcnstliche Intelligenz k\u00f6nnten hier massiv entlasten \u2013\u00a0vorausgesetzt die Prozesse sind definiert und die Vorgaben sind klar. Eine KI, die Pl\u00e4ne einliest, mit den geltenden Vorschriften abgleicht und klare Konformit\u00e4tsberichte liefert, w\u00fcrde Planungs- und Genehmigungsprozesse dramatisch beschleunigen und die Verwaltung entlasten. Bereits heute gibt es auf vielen Gemeinden zu wenig Experten, welche die Baugesucht in n\u00fctzlicher Zeit endg\u00fcltig bewerten k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die KI k\u00f6nnte harte Fakten wie H\u00f6hen, Abst\u00e4nde, Ausn\u00fctzung und Volumen zuverl\u00e4ssig pr\u00fcfen und sogar Optimierungsvorschl\u00e4ge machen. Doch genau das scheitert heute an der <strong>Struktur der Regelwerke: Sie sind f\u00fcr Menschen gemacht \u2013 oder besser gesagt f\u00fcr Juristen und Verwaltungsfachleute \u2013, nicht f\u00fcr Maschinen<\/strong>. Die Dokumente sind nicht maschinenlesbar, voller impliziter Annahmen, lokaler Ausnahmen und interpretationsbed\u00fcrftiger Formulierungen. Eine KI kann daraus keine verl\u00e4ssliche, haftbare Pr\u00fcfung ableiten, ohne dass Fehler oder L\u00fccken entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Beispiel dient diese Auswertung der Stadt Dietikon (generiert von grok.com):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>1. Harte Fakten \/ Vorgaben als JSON (extrahiert aus der aktuellen\/revisionsrelevanten Bau- und Zonenordnung Dietikon)<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Eine vollst\u00e4ndige, fehlerfreie JSON aller harten Regeln f\u00fcr <strong>alle<\/strong> Zonen und Unterf\u00e4lle ist aufgrund der Komplexit\u00e4t des Dokuments (Synopse mit Gegen\u00fcberstellung alter\/neuer Fassung, dutzende Tabellen, Querverweise, Ausnahmen pro Zone und Erg\u00e4nzungspl\u00e4nen) nicht sinnvoll machbar. Die Regeln sind stark zonenabh\u00e4ngig und oft nur im Zusammenhang mit dem Zonenplan (parzellenscharf) anwendbar.<\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Hier eine <strong>vereinfachte, extrahierte Struktur<\/strong> mit den zentralen harten Parametern (basierend auf der g\u00fcltigen\/revisionsrelevanten Synopse und \u00e4lteren Fassungen; Stand der verf\u00fcgbaren Dokumente):<\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>{\n  \"zonen\": {\n    \"Wohnzonen\": {\n      \"W1\/18\": {\n        \"vollgeschosse_max\": 1,\n        \"gebaeudehoehe_max_m\": 7.5,\n        \"firsthoehe_max_m\": \"~4-5\",\n        \"grenzabstand_min_m\": 4,\n        \"ausnuetzungsziffer_max\": 0.18,\n        \"bauweise\": \"freistehend\"\n      },\n      \"W2\/25\": {\n        \"vollgeschosse_max\": 2,\n        \"gebaeudehoehe_max_m\": 10,\n        \"firsthoehe_max_m\": \"~5-7\",\n        \"grenzabstand_min_m\": 4-5,\n        \"ausnuetzungsziffer_max\": 0.25,\n        \"bauweise\": \"geschlossen bis zonengem\u00e4sse L\u00e4nge\"\n      },\n      \"W2\/30\": { \"vollgeschosse_max\": 2, \"gebaeudehoehe_max_m\": 10, \"ausnuetzungsziffer_max\": 0.30 },\n      \"W2\/45\": { \"vollgeschosse_max\": 2, \"gebaeudehoehe_max_m\": 10, \"ausnuetzungsziffer_max\": 0.45 },\n      \"W3\/65\": { \"vollgeschosse_max\": 3, \"gebaeudehoehe_max_m\": 13, \"ausnuetzungsziffer_max\": 0.65 },\n      \"W4\/80\": { \"vollgeschosse_max\": 4, \"gebaeudehoehe_max_m\": \"~13-15\", \"ausnuetzungsziffer_max\": 0.80 },\n      \"WG-Varianten\": {\n        \"hinweis\": \"Gewerbeerleichterung m\u00f6glich, h\u00f6here AZ in manchen F\u00e4llen\"\n      }\n    },\n    \"Zentrumszonen\": {\n      \"Kernzonen_K2_K3\": {\n        \"gebaeudehoehe_max_m\": \"orts\u00fcblich \/ 11-13\",\n        \"grenzabstand_min_m\": 4-6,\n        \"firsthoehe\": \"begrenzt\",\n        \"hinweis\": \"starke Ortsbildvorgaben, Typ A\/B-Bauten\"\n      }\n    },\n    \"allgemein\": {\n      \"abstandsregeln\": \"Grundgrenzabstand oft 4-5m, Strassenabstand 4-6m je Zone\",\n      \"dach\": \"Flachd\u00e4cher oft mit Begr\u00fcnungspflicht\",\n      \"geschosse\": \"Vollgeschosse definiert; Attika\/Dach oft zus\u00e4tzlich unter H\u00f6henbeschr\u00e4nkung\"\n    }\n  },\n  \"quelle\": \"Synopse BZO Revision Dietikon (2025-Vorlage) + \u00e4ltere Bauordnung\",\n  \"warnung\": \"Dies ist KEINE vollst\u00e4ndige oder rechtsverbindliche Extraktion. F\u00fcr eine konkrete Parzelle m\u00fcssen Zonenplan + exakte Artikel + Erg\u00e4nzungspl\u00e4ne konsultiert werden.\"\n}<\/code><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#6666663d\">Anm. d. Autors: Dies die vollst\u00e4ndige Liste der &#8220;harten Parameter&#8221; extrahiert aus dem 60-Seitigen Regelwerk von einer KI welche solche Aufgaben ohne Probleme l\u00f6sen sollte! Der ganze Rest ist &#8220;fluid&#8221;! Es gibt aber andere KI-Modelle, die bessere Resultate liefern, z.B. <a href=\"https:\/\/www.kimi.com\/share\/19edaf7d-3152-8938-8000-0000685f2fda\">kimi.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\"><strong>2. Sich widersprechende oder inkonsistente Punkte<\/strong> (Beispiele aus der Synopse):<\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Unterschiedliche Bezeichnungen und AZ-Werte zwischen alter und neuer Fassung (z. B. W2\/45 vs. Anpassungen auf W2\/60 in Revision)<\/mark><\/em>. <\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Verschiebungen bei Geschossz\u00e4hlung (Attika, Untergeschosse, Z\u00fcrcher Untergeschoss wird angepasst).<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Abweichende H\u00f6hen- und Abstandsregelungen in Kernzonen vs. allgemeinen Wohnzonen.<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Gewerbeerleichterungen in WG-Zonen vs. reine Wohnzonen (konkurrierende Nutzungsanteile).<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Redaktionelle \u00c4nderungen und Streichungen, die fr\u00fchere Tabellenwerte beeinflussen.<\/mark><\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\"><strong>3. Vorgaben mit Ermessensspielraum<\/strong>:<\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Ortsbild- und Gestaltungsvorgaben (\u201eEinf\u00fcgung ins Ortsbild\u201c, Materialwahl, Fassadengestaltung).<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Abweichungen bei geringf\u00fcgigen Verst\u00f6\u00dfen (Interessenabw\u00e4gung durch Beh\u00f6rde).<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Baukollegium \/ Gestaltungsplanpflicht-Gebiete (subjektive Pr\u00fcfung).<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Bewilligung von Abbr\u00fcchen, Anbauten, Terrassen etc. bei \u201ekeiner Beeintr\u00e4chtigung\u201c.<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Ausn\u00fctzungsboni oder Reduktionen (z. B. Gr\u00fcnfl\u00e4chen, Biodiversit\u00e4t).<\/mark><\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Sonderregelungen in Gestaltungsplanpflicht-Gebieten oder Quartiererhaltungszonen.<\/mark><\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\"><strong>Zusammenfassung<\/strong>: Die \u201eharten\u201c Fakten sind tabellarisch und zonenbezogen vorhanden, aber stark verflochten mit weichen Elementen und plan-spezifischen Erg\u00e4nzungen. <\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Grenzen der Beurteilbarkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\"><strong>Beispiel 1: Ausn\u00fctzungsziffer (scheinbar hart)<\/strong> In der Synopse stehen klare Tabellenwerte (z. B. W2\/45: 45\u201360 %, W3: 65\u201370 %, Z5: bis 160 % mit Bonus). Die KI <font color=\"#1b9074\">kann den Tabellenwert nennen. Aber die tats\u00e4chliche anrechenbare Fl\u00e4che h\u00e4ngt ab von:<\/font><\/mark><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\">Anrechnungsregeln f\u00fcr Balkone, Terrassen, Untergeschosse (teilweise max. 50 %),<\/mark><\/li>\n\n\n\n<li><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\">Dachgeschoss\/Attika-Regeln,<\/mark><\/li>\n\n\n\n<li><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\">Querverweisen auf PBG \u00a7 276 und kantonale<\/mark>r<mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\"> Praxis.<\/mark><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\">Ein einziger Interpretationsfehler bei der Anrechnung ver\u00e4ndert das gesamte realisierbare Volumen um 15\u201330 %. Das ist kein reines Tabellenlesen mehr.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\"><strong>Beispiel 2: Grenzabst\u00e4nde + Reduktionsm\u00f6glichkeiten<\/strong> Grundregel oft 4\u20136 m je nach Zone und Geschosszahl. Es gibt aber Reduktionsm\u00f6glichkeiten (\u201eje weggelassenem Vollgeschoss \u20131 m\u201c) und Ausnahmen bei \u201egeringf\u00fcgigen Abweichungen\u201c (Art. 5). In Kernzonen und Quartiererhaltungszonen gelten teilweise andere Werte oder Erg\u00e4nzungspl\u00e4ne. Die KI kann die Basisregel nennen. Ob eine Reduktion oder Ausnahme im konkreten Fall zul\u00e4ssig ist, entscheidet letztlich die Baubeh\u00f6rde mit Ortskenntnis und Interessenabw\u00e4gung.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\"><strong>Beispiel 3: Attika \/ Flachdach auf 2 Vollgeschossen<\/strong> In vielen Wohn- und Zentrumszonen ist ein Attikageschoss m\u00f6glich. Die Synopse regelt aber R\u00fcckversatz, zus\u00e4tzliche H\u00f6he und Begr\u00fcnungspflicht. Gleichzeitig gibt es Formulierungen wie \u201egute Gesamtwirkung\u201c oder \u201echarakteristisch f\u00fcr das Quartier\u201c. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\">Die KI kann <\/mark>kann sagen \u201egrunds\u00e4tzlich m\u00f6glich unter Bedingungen\u201c. Ob dein konkretes Attika durchkommt, h\u00e4ngt von der genauen Ausgestaltung + subjektiver Beurteilung durch Baukollegium oder Beh\u00f6rde ab.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#1b9074\" class=\"has-inline-color\"><strong>Beispiel 4: Baukollegium und Abweichungen<\/strong> Sogar bei manchen \u201eharten\u201c Parametern kann das Baukollegium Abweichungen bewilligen, wenn \u201ebesonders gute architektonische Qualit\u00e4t\u201c vorliegt (Art. 14). Das ist reines Ermessen. Hier endet jede automatisierte Pr\u00fcfung. Das ist kein Algorithmus mehr, sondern eine qualitative Bewertung.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Zustand ist in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgem\u00e4ss. Die Immobilienbranche investiert Milliarden in Digitalisierung \u2013 BIM-Modelle, digitale Zwillinge, parametrisches Design. Gleichzeitig bleibt der rechtliche Rahmen im analogen 20. Jahrhundert stecken. Die Folgen sind volkswirtschaftlich sp\u00fcrbar: Verz\u00f6gerte Projekte, h\u00f6here Transaktionskosten, lange Entscheidungswege und eine gebremste Schaffung von Wohn- und Gewerberaum in Zeiten, in denen die Schweiz dringend mehr davon braucht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zeit f\u00fcr eine radikale Revision<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forderung nach einer grundlegenden, radikalen \u00dcberarbeitung der Bau- und Nutzungsordnungen auf kantonaler und kommunaler Ebene ist dringend. Die Regelwerke m\u00fcssen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Maschinenlesbar und standardisiert<\/strong> werden (z. B. in Form von strukturierten Daten oder einer einheitlichen Ontologie).<\/li>\n\n\n\n<li>Auf das <strong>Wesentliche<\/strong> reduziert und von \u00fcberfl\u00fcssigen Ausnahmen bereinigt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Klare, <strong>algorithmisch pr\u00fcfbare Parameter<\/strong> f\u00fcr harte Fakten enthalten, w\u00e4hrend weiche Gestaltungsfragen speziell ausgewiesen und in separaten, beschleunigten Verfahren behandelt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur so wird die KI in der Lage sein, Bauprojekte zuverl\u00e4ssig auf Konformit\u00e4t zu pr\u00fcfen, Risiken zu minimieren und den gesamten Prozess von der Idee bis zur Bewilligung zu beschleunigen. Eine solche Modernisierung w\u00e4re kein Abbau von Standards, sondern eine intelligente Weiterentwicklung \u2013 zum Nutzen von Bauherren, Investoren, der Umwelt (durch effizientere Fl\u00e4chennutzung) und der gesamten Schweizer Volkswirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Immobilienbranche ist sicher bereit, diesen Schritt mitzutragen. Die Politik und die Verwaltungen sind nun gefordert, den Regulierungsdschungel endlich zu lichten. Die Technologie ist da. Es liegt an uns, die Rahmenbedingungen endlich zukunftsf\u00e4hig zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Immobilienwirtschaft steht vor enormen Herausforderungen: Wohnraummangel, steigende Baukosten, Fachkr\u00e4ftemangel und den Druck, nachhaltig und effizient zu bauen. Gleichzeitig k\u00e4mpft sie mit einem Regulierungsdschungel, der Projekte unn\u00f6tig verteuert und verz\u00f6gert. 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