{"id":1539,"date":"2020-12-18T00:01:30","date_gmt":"2020-12-17T23:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=1539"},"modified":"2020-12-18T06:56:59","modified_gmt":"2020-12-18T05:56:59","slug":"wieso-teil-lockdowns-nicht-gerechtfertigt-sind-einer-kurz-analyse-der-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=1539","title":{"rendered":"Wieso (Teil-)Lockdowns nicht gerechtfertigt sind \u2013\u00a0Einer Kurz-Analyse der Zahlen."},"content":{"rendered":"\n<p>T\u00e4glich werden wir von den Medien mit Behauptungen und Schocknachrichten in die kollektive Schockstarre getrieben. Heute schauen wir uns die Zahlen zu den Ansteckungsorten an (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/schweiz\/nicht-in-restaurants-und-laeden-hier-stecken-wir-uns-mit-dem-virus-an-id16251525.html\">blick.ch<\/a>):<\/p>\n\n\n\n<p><em>Von diesen 65&#8217;000 Personen gaben 71 Prozent, also \u00fcber 46&#8217;000 Personen, den vermuteten Ansteckungsort an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Familienmitglied 29,6 Prozent<\/em><\/li><li><em>Unbekannt 29,5 Prozent<\/em><\/li><li><em>Anderer Kontakt 16,7 Prozent<\/em><\/li><li><em>Arbeit 11 Prozent<\/em><\/li><li><em>Privatfest 3,9 Prozent<\/em><\/li><li><em>Bar\/Restaurant 2,8 Prozent<\/em><\/li><li><em>Medizinisches und Pflegepersonal 2,1 Prozent<\/em><\/li><li><em>Schule\/Kindergarten\/Krippe 1,8 Prozent<\/em><\/li><li><em>spontane Menschenansammlung 1 Prozent<\/em><\/li><li><em>Disco\/Club 1 Prozent<\/em><\/li><li><em>Demonstrationen 0,6<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Wenn das Ziel sein sollte, dass weniger soziale Kontakte entstehen sollen, dann m\u00fcsste man die Familien auseinanderreissen. Damit k\u00f6nnte man wohl eine Reduktion von bis zu 30% erreichen. Zum Gl\u00fcck will das (noch?) niemand.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit &#8220;Unbekannt&#8221; k\u00f6nnen Arbeitswege (wieso ist der staatliche \u00d6V nicht einzeln ausgewiesen?), Jogging-Strecken, Fitness-Clubs, Einkaufszentern etc. gemeint sein. Die M\u00f6glichkeiten sind so vielf\u00e4lltig, dass sich keine Massnahmen rechtfertigen lassen. Man w\u00fcrde mit Kanonen auf M\u00fccken schiessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit &#8220;Home-Office&#8221; kann man immerhin bei den B\u00fcro-Jobs etwas bewegen. Da wir aber nicht nur B\u00fcro-Jobs haben, sinkt der Anteil solcher relevanter &#8220;Arbeitspl\u00e4tze&#8221; rasch von 11% auf wohl unter 5%.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle weiteren Kategorien liegen unter 4%. Wollte man da etwas schliessen, w\u00e4re der Effekt zu gering, als dass er in den Statistiken auffallen w\u00fcrde. Die Massnahmen gehen im Rauschen der nat\u00fcrlichen Grippe-Wellenbewegung unter. Sie sind nicht messbar und daher nicht zu rechtfertigen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reality-Check<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beim \u00dcberfliegen der Zahlen hatte ich das Gef\u00fchl, dass hier schlicht und einfach unser Leben abgebildet wird. Deshalb rechne ich einmal aus, wie viel Zeit wir uns <strong><em>in einer Woche<\/em><\/strong> an den oben genannten Orten aufhalten. Wobei dies nat\u00fcrlich sehr nach Lebensstil unterschiedlich ist. Sch\u00fcler und Pensionierte passen hier nicht ins Schema. Nur schon daran erkennen wir, dass die Auflistung mit sehr viel Vorsicht zu geniessen ist.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wer die Woche durch abends um 1800 nach Hause kommt und am anderen Tag um 0700 die Wohnung verl\u00e4sst und sich am Wochenende ganz der Familie widmet, ist 113 Stunden an diesem &#8220;Ort&#8221; aufzufinden. Davon werden wir wieder ein paar andere Aktivit\u00e4ten abrechnen m\u00fcssen, so sollten wir die Zeit f\u00fcr das &#8220;Schlafen&#8221; ehrlicherweise etwas reduzieren, da nicht alle so eng die Nacht verbringen. Z\u00e4hlen wir als0 7 x 5 Stunden ab \u2013&nbsp;bleiben 78 Stunden. Auf die 168 Stunden (7 x 24) pro Woche sind das 46%.<\/li><li>Wir arbeiten pro Woche 42 Stunden. Das w\u00e4ren also 25% der Zeit.<\/li><li>Rechnen wir aus der Zeit mit der Familie das Familienfest \u00e0 6 Stunden (= 3.5%) heraus, bleiben noch 72 Stunden &#8220;Familie&#8221; (=43%).<\/li><li>In einem Restaurant oder einer Bar sind wir vielleicht 3x 1h (Mittagessen), 1h am Freitag zum Feierabendbier und 1h am Samstag vor dem Ausgang. Die 5 Stunden machen 3.0% aus.<\/li><li>Beim Pflegepersonal stellen wir eine Inkonsistenz fest. Geht es nun um Orte oder T\u00e4tigkeiten? Wenn es Orte sind, m\u00fcssten die Zahlen zur &#8220;Arbeit&#8221; gez\u00e4hlt werden. <\/li><li>Die Schule lasse ich weg \u2013&nbsp;zumal die Kinder\/Sch\u00fcler keine besonders gef\u00e4hrdete Gruppe sind.<\/li><li>Spontane Menschenansammlungen sind im \u00d6V, an Haltestellen, an der Kasse, etc. zu erwarten. Pro Arbeitstag k\u00f6nnen dies rasch 5 Stunden werden. Das w\u00e4ren dann 3%.<\/li><li>Im Club sind die Jungen am Wochenende an zwei Tagen von 2200 bis 0200 (Ich weiss, es gibt &#8220;Ausnahmen&#8221; \ud83d\ude09 ). Die 8 Stunden sind knapp 5% der Wochenzeit.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beim Vergleich mit den Zahlen der Liste oben stellen wir fest:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Unser Modell-B\u00fcrger verbringt zwar 43% seiner Zeit in der Familie, doch die Wahrscheinlichkeit, dass er sich dort ansteckt ist 30% geringer. Familien k\u00f6nnen also \u2013&nbsp;trotz grossem Anteil \u2013&nbsp;nicht als besonders gef\u00e4hrlich gelten.<\/li><li>Obschon wir 25% unserer Zeit mit arbeiten verbringen, haben sich nur 11% dort &#8220;angesteckt&#8221;. Auch hier zeigt sich, dass dies kein Hort der \u00fcbertrieben ungesch\u00fctzten Zwischenmenschlichkeit sein kann.<\/li><li>Beim Privatfest brauchen wir 3.5% der Wochenzeit \u2013&nbsp;vorausgesetzt wir haben jede Woche ein solches Fest. Das d\u00fcrfte etwas \u00fcbertrieben sein. Deshalb ist der Ansteckungswert von 3.9% noch &#8220;schlimmer&#8221;. Ja klar: Wo sonst kommen so viele Leute so nah zusammen und reden miteinander? Dennoch w\u00e4ren Massnahmen aufgrund der geringen Menge \u00fcbertrieben.<\/li><li>Die f\u00fcnf Stunden in einem Restaurant entsprechen dem Erwartungswert. Wenn wir uns gleichm\u00e4ssig der Gefahr aussetzen, sollten wir ebenfalls zu 3% an diesem Ort das Virus auflesen. Deshalb sind Beizen- und Restaurantschliessungen NICHT gerechtfertigt.<\/li><li>Den Rest k\u00f6nnen wir uns sparen, weil entweder die Gruppe nicht besonders gef\u00e4hrdet oder der Wert viel zu gering ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen zeigen deutlich: Es gibt keinen Ort, wo das Virus besonders springfreudig auf den n\u00e4chsten Menschen \u00fcbergeht und wo sich strenge Massnahmen rechtfertigen liessen. Man kann die \u00dcbung abbrechen. <\/p>\n\n\n\n<p>P.S. Den Volkswirtschaftlichen Schaden, den man mit Lockdowns zudem anrichtet, ist hier noch nicht einmal ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00e4glich werden wir von den Medien mit Behauptungen und Schocknachrichten in die kollektive Schockstarre getrieben. 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