{"id":1189,"date":"2014-03-16T23:40:25","date_gmt":"2014-03-16T22:40:25","guid":{"rendered":"http:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=1189"},"modified":"2014-03-16T23:40:25","modified_gmt":"2014-03-16T22:40:25","slug":"entgegnung-zu-goldene-ketten-fur-die-snb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=1189","title":{"rendered":"Entgegnung zu &#8220;Goldene Ketten f\u00fcr die SNB&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Dass der St\u00e4nderat ohne auch nur dar\u00fcber abzustimmen (es war offenbar niemand dagegen oder bereit, dagegen aufzutreten) gegen die Goldinitiative ist, h\u00e4tte ich in dieser Deutlichkeit nicht erwartet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.swissbanking.org\/Blog-id163.jpg\" width=\"600\" height=\"310\" \/><\/p>\n<p>Doch die Unwissenheit, ja schier unglaubliche Ignoranz der Politiker \u00fcber Gold-Angelegenheit hat mich noch mehr geschockt. Wenn man das <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/ab\/frameset\/d\/s\/4912\/430665\/d_s_4912_430665_430779.htm\" target=\"_blank\">Wortprotokoll des St\u00e4nderats<\/a> liesst, glaubt man sich auf einem anderen Planeten zu finden. Ich fasse es mit einem Zitat von Jim Cramer zusammen: &#8220;<em>They know NOTHING!<\/em>&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Doch h\u00e4tte man wirklich von Politikern mehr erwarten m\u00fcssen? Nein. Sie werden ja nicht wegen ihres Wissens und ihrer Kompetenzen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Doch dann habe ich diesen Beitrag gefunden:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.swissbanking.org\/home\/blog-v2\/blog-autoren-detail.htm?autor=1\" target=\"_blank\">Goldene Ketten f\u00fcr die SNB, von\u00a0Martin Hess<\/a> (seit 2010 <a href=\"http:\/\/www.swissbanking.org\/home\/blog-v2\/blog-autoren-detail.htm?autor=1\" target=\"_blank\">Chef\u00f6konom und Direktionsmitglied der Schweizerischen Bankiervereinigung<\/a> und Mitglied der Chief Economist Group des Europ\u00e4ischen Bankenverbands).<\/p>\n<p>Nicht nur war jetzt klar, wer Frau Fetz die s\u00fcffige Vorlage f\u00fcr die &#8220;goldenen Ketten&#8221; vorgelegt hat, sondern auch, wer die Einfl\u00fcsterer gegen die Goldinitiative sind: Die Banken!<\/p>\n<p>Meinen Kommentar (nachdem er fast zwei Tage &#8220;gepr\u00fcft&#8221; werden musste), findet ihr ebenfalls auf\u00a0swissbanking.org \u2013 oder dann direkt hier:<\/p>\n<blockquote><p>Herr Hess hat offensichtlich keine Ahnung von Gold und seiner 5&#8217;000 Jahre alten Geschichte. Ihm ist v\u00f6llig entgangen, dass Gold in dieser Zeit noch NIE pleite gegangen ist \u2013 ganz im Gegensatz zu den Papierw\u00e4hrungen, welche die SNB in ihrer Bilanz h\u00e4lt. Oder er erkennt Gold als eine Gefahr f\u00fcr ihn und die Bankenbranche, die vom Papiergeld abh\u00e4ngig ist wie ein Dr\u00f6geler vom Stoff.<\/p>\n<p>Die SNB hat einen miserablen Leistungsausweis! Ich weiss nicht, wo Herr Hess einkauft, aber in meiner Welt steigen die Preise wohin das Auge reicht. Schauen Sie sich z.B. eine Zeitung aus dem 70er-Jahren mit den Kleinanzeigen an und vergleichen Sie die Preise mit heute. Stabile Preise? Vielleicht m\u00fcsste man in die offiziellen Inflationsberechnung auch Steuern, Immobilienpreise, Aktienpreise, Geb\u00fchren etc. integrieren und\/oder h\u00f6her gewichten.<\/p>\n<p>Die Finanzkrise ist ausserdem weit davon entfernt, &#8220;bew\u00e4ltigt&#8221; zu sein. Viel mehr wurden die Probleme mit Fiat-Geld \u00fcberdeckt. Der Albtraum geht bald weiter&#8230;<\/p>\n<p>Wer spricht denn von Goldkauf und einer noch gr\u00f6sseren SNB-Bilanz? Die SNB kann ihre Bilanz ganz einfach durch W\u00e4hrungsverk\u00e4ufe verkleinern, bis die 20% Gold erreicht w\u00fcrden. Es gibt bei der Rechnung Z\u00e4hler und Nenner zu ber\u00fccksichtigen. Wir empfehlen, den Nenner (Bilanzgr\u00f6sse) anzupassen.<\/p>\n<p>Dass der UBS geholfen wurde, ist unverzeihlich! Bisher konnte mir noch nie jemand erkl\u00e4ren, wieso die UBS &#8220;systemrelevant&#8221; ist und andere Banken nicht. Wenn sie es sein sollte, funktionierte unser Kartellrecht nicht und die Marktkr\u00e4fte wurden ausser Kraft gesetzt. Die korrekte Bezeichnung unserer Wirtschaft w\u00e4re also &#8220;Planwirtschaft&#8221; oder eben &#8220;crony capitalism&#8221;.<\/p>\n<p>Die Euro-Untergrenze ist eine Frechheit! Hier manipuliert die SNB ganz offen den Kapitalmarkt. Dabei importieren wir mehr G\u00fcter in EUR als wir exportieren. Die Volkswirtschaft h\u00e4tte somit einen Gewinn bei tieferen EUR-Kursen. Die Kosten dieser Manipulation tragen wir eines Tages selbst. Wie sieht die SNB denn das Szenario, dass sie ihre EUR wieder abstossen kann? Keine Bank leiht einem Kunden Geld aus, wenn er nicht beweisen kann, wie er es zur\u00fcckgeben kann.<\/p>\n<p>Mir ist nicht wohl, wenn meine Franken vom Schicksal des EUR und USD abh\u00e4ngig sind. Lieber habe ich hinter meinen Franken etwas Echtes, wie eben Gold. Das verleith dem Franken Stabilit\u00e4t. Wie hoch die Verluste auf Fremdw\u00e4hrungen und anderen Spekulationspositionen sind, konnte man <a href=\"https:\/\/unbequemefragen.ch\/?p=1185\" target=\"_blank\">im Jahresabschluss der SNB<\/a> entnehmen.<\/p>\n<p>Ich warte auch schon lange auf ein Beispiel eines Landes, welches aufgrund einer zu starken W\u00e4hrung kollabiert ist. Oder das Gegenteil: Ein Land, welches dank der schwachen W\u00e4hrung zu Wohlstand gekommen ist. Simbabwe oder Argentinien scheinen mir keine guten Beispiele zu sein&#8230;<\/p>\n<p>Herr Hess ist ausserdem entgangen, dass die SNB (und damit Bund und Kantone) seit 2000 massiv vom steigenden Goldpreis profitiert haben. Diese Bewertungsgewinne unterschl\u00e4gt er uns. Dass nach 12 Jahren auch einmal ein schlechtes Jahr (=Korrektur) vorkommen kann, sollte einem Banker bekannt sein. Ich kann ihn aber beruhigen, die Gold-Hausse wird weitergehen.<\/p>\n<p>Seit der L\u00f6sung des USD vom Gold anno 1971 hat sich der Preis von Gold sehr &#8220;positiv&#8221; f\u00fcr Goldanleger entwickelt. Es gibt dazu aber auch eine andere Sichtweise: Fiat-W\u00e4hrungen haben gegen\u00fcber einem festen Wert (Gold) st\u00e4ndig an Wert verloren. Zu den Effekten dieses Kaufkraftverlustes siehe oben das Beispiel mit den Preisen. Es ist also nicht Gold, welches volatil ist, sondern unsere Messgr\u00f6sse, der Franken (oder jede andere Fiat-W\u00e4hrung). Gold hat \u00fcber Jahrtausende seine Kaufkraft erhalten.<\/p>\n<p>Ob die in London gelagerten 20% noch da sind, wissen wir nicht. Die Abfl\u00fcsse von Gold aus London und der Appetit Chinas (Importe gr\u00f6sser als die j\u00e4hrliche globale Goldproduktion!) lassen Zweifel aufkommen. LIBOR und andere Manipulationen f\u00f6rdern das Vertrauen in die Bankenwelt nicht.<\/p>\n<p>Die SNB hat in Krisen keine Interventionen zu t\u00e4tigen! Das ist keine Aufgabe von ihr. Sie hat f\u00fcr stabile Preise zu sorgen. Und stabil bleiben Preise, wenn einerseits Angebot und Nachfrage der Produkte und\/oder der Wert der W\u00e4hrung gleich bleiben. Letzteres ist seit Jahren nicht gegeben und zeigt sich im Goldpreis \u2013 DER Referenzgr\u00f6sse f\u00fcr Fiat-W\u00e4hrungen. Unsere Konjunktur-Zyklen sind ausserdem prim\u00e4r von der Zinspolitik der Zentralbanken abh\u00e4ngig. Markteingriffe sind zu unterlassen!<\/p>\n<p>Mir ist schon klar, dass Herr Hess in Gold eine Gefahr sieht, die er mit aller Kraft bek\u00e4mpfen muss. Unser internationales W\u00e4hrungssystem ben\u00f6tigt eine immer gr\u00f6ssere Geldsch\u00f6pfung (Fiat Geld), um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Dies ist aber ein &#8220;Ponzi Scheme&#8221;, welches scheitern muss.<\/p>\n<p>Vielleicht sollte sich Herr Hess einmal etwas mehr \u00fcber Gold und die Geschichte informieren (lassen). Es w\u00fcrde der Glaubw\u00fcrdigkeit seiner Funktion gut tun.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass der St\u00e4nderat ohne auch nur dar\u00fcber abzustimmen (es war offenbar niemand dagegen oder bereit, dagegen aufzutreten) gegen die Goldinitiative ist, h\u00e4tte ich in dieser Deutlichkeit nicht erwartet. 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