Die Geschichte ist nicht nur eine Chronik vergangener Ereignisse, sondern ein Reservoir menschlicher Verhaltensmuster, die unter veränderten Vorzeichen immer wiederkehren können.
Die Inquisition, formell ein kirchliches Untersuchungsverfahren zur Bekämpfung der Häresie, das vom 13. bis ins 18. Jahrhundert wirkte, erscheint dem modernen Betrachter oft als fernes Grauen einer irrationalen Zeit. Bei genauerer Analyse jedoch offenbart sie sich als ein struktureller Blaupause dafür, wie Gesellschaften unter dem Druck von als existenziell empfundenen Bedrohungen dazu neigen, Andersdenkende nicht mehr als Diskutanten, sondern als zu bekämpfende Feinde zu konstruieren.
Dieser Essay argumentiert, dass die heutige Ächtung und soziale Exkommunikation von „Corona-Skeptikern“, „Verschwörungstheoretikern“ oder Personen, die etablierte Narrative – beispielsweise zum Ukraine-Krieg – in Frage stellen, beunruhigende strukturelle und psychologische Parallelen zu den Mustern der historischen Inquisition aufweist. Dabei geht es nicht um eine Gleichsetzung der physischen Gewalt, sondern um die Analyse einer ähnlichen Eskalationslogik: von der diskursiven Ausgrenzung über die soziale Ächtung bis hin zur Institutionalisierung der Verfolgung, die, wie die Geschichte zeigt, einen gefährlichen Nährboden für weitere Radikalisierung bilden kann.
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