SNB verlängert Goldabkommen, aber wozu?

Die SNB schreibt heute in einer Medienmitteilung:

Um ihre Absichten in Bezug auf ihre Bestände an Gold darzulegen, geben die Beteiligten am Goldabkommen folgende Erklärung ab:

Gold bleibt ein wichtiges Element der globalen Währungsreserven.

Die am Goldabkommen Beteiligten werden ihre Goldtransaktionen weiterhin koordinieren, um Marktturbulenzen zu vermeiden.

Die Beteiligten hegen zur Zeit keinerlei Pläne, in namhaftem Umfang Gold zu verkaufen.

Da blinken die Warnlampen und es ergeben sich ein paar (unbequeme) Fragen: Continue reading

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Geopolitischer Fehler 2. Art

Vom “Fehler 2. Art” spricht man dann (sehr vereinfacht und allgemein verständlich ausgedrückt – es geht auch mehr ums Prinzip als um Statistik…), wenn man aufgrund einer Stichprobe die falschen Schlüsse daraus zieht. Oder kompliziert ausgedrückt: “Beim Test einer Hypothese begeht man einen Fehler 2. Art, wenn man die Nullhypothese beibehält, obwohl in Wirklichkeit die Alternativhypothese gilt.” (Genaueres für als Mathe-Freaks gibt es hier).

Was meine ich nun aber mit “geopolitischem Fehler 2. Art”? Kurz: Wir erachten einen (oder mehrere) Staaten als “auf unserer Seite” (=”Freund“), obschon sie aufgrund der – vermutlich wenig öffentlich bekannten – Handlungen in die Kategorie “Feind” passen würden – und vice versa. Oder nochmals einfach ausgedrückt: “Wir haben die rosa Brille auf!Continue reading

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Die Zukunft liegt im Kleinen

Ein Schreckgespenst geht um in Europa (aber auch auf anderen Kontinenten): Sezession! Kürzlich haben sich 89% der an der Umfrage teilnehmenden Venezier für eine Loslösung von Italien und einen unabhängigen Staat ausgesprochen. Im Herbst wird Schottland über seine Unabhängigkeit von UK abstimmen und auf Sardinien denkt man über einen Wechsel zur Schweiz (!) nach. Dass sich kürzlich die Bevölkerung der Krim für einen Tapetenwechsel ausgesprochen hat, passt ebenfalls ins Bild.

Eine sehr gute Zusammenfassung über die verschiedenen Regionen bietet dieser Artikel auf acting-man.com. Dort findet man auch einen Ausschnitt aus einem Interview mit Hans-Hermann Hoppe. Was er dazu sagt, ist bemerkenswert. Continue reading

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Gesucht wird der Anti- ‘homo oeconomicus’

Achtung, diese Aussage könnte ihrem Gehirn grossen logischen Schaden beiführen:

Sorgen macht sich die IWF-Chefin [Christine Lagarde] auch über die niedrige Inflation, vor allem in der Euro-Zone. Zu tiefe Preise über einen längeren Zeitraum könnten die Nachfrage und das Angebot dämpfen, warnte sie. Denn: Konsumentinnen und Konsumenten hätten keinen Anreiz, Waren zu kaufen, wenn sie wüssten, dass diese morgen billiger seien.

Quelle: srf.ch (eco [sic!])

Ich suche nun Menschen,

  • die beweisen können, dass sie auf allerlei Esswaren, Strom, Benzin, iPhones, Nächte in Paris/Rom/Berlin, Champagner, Kinderwindeln (…bitte fügt euer Konsumgut hinzu) verzichten, weil sie damit rechnen, dass es morgen (von mir auch in einem Monat) günstiger zu haben ist. – Please stand up!
  • deren tägliche Kosten sich in den letzten Jahren NICHT nach oben bewegt haben (inkl. Steuern, Abgaben, Gebühren!) – Please stand up!
  • welche ein Gut nur aus einem Grund kaufen: weil es morgen teurer ist – Please stand up!
  • die sich wegen zu tiefer (Konsum-)Preise beschweren und höhere Preise wünschen – Please stand up!
  • die der guten Frau Christine Lagarde (IWF-Chefin) diesen Käse tatsächlich abkaufen – vermutlich weil es morgen teurer wird 😉 – Please stand up!
  • die nachvollziehen können, wie man mit diesem oekonomischen Un-Sachverstand Chefin des IWF werden kann – Please stand up!

Frau Lagarde wünscht sich also höhere Inflationsraten. Hier kommt ihr Rezept:

Um diese Entwicklung [niedrige Inflation] zu verhindern und damit weitere Rückschläge für die wirtschaftliche Erholung abzuwenden forderte die IWF-Chefin speziell die Europäische Zentralbank EZB auf, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, auch durch ungewöhnliche Massnahmen.

Quelle: srf.ch (eco [sic!])

Moment, wie war das mit der “Unabhängigkeit” der EZB? (Der IWF gibt übrigens auch unserer SNB “Ratschläge”…) – Aber das ist ja ein anderes Thema…

Was “ungewöhnliche Massnahmen” sein könnten, kann man hier nachlesen: Negativzinsen. Die Menschen sollen also dazugebracht werden, ihr Geld so rasch wie nur möglich wieder auszugeben, weil es auf der Bank für deren Hinterlegung Strafzinsen gibt. Sparen ist dann out! Und bei galoppierender Inflation bleibt den unteren Gesellschaftsschichten dann plötzlich nichts mehr, denn die Löhne werden nie im gleichen Tempo angehoben (Ein Blick in die Geschichtsbücher reicht) – Ob Frau Lagarde genau das beabsichtigt?

P.S.: Ich bin nicht der einzige, der Frau Lagarde für verrückt hält (siehe zerohedge.com).

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Wer zahlt, befiehlt – Teil 2: Demokratie endet beim Staat, dort übernimmt die Bürokratie

Ende 2010 habe ich in meinem Blogbeitrag “Wer zahlt, befiehlt” das Konzept dargelegt, dass Steuerzahler sehr direkt entscheiden sollen, wofür ihre Steuern verwendet werden sollen. Dank Simon Scherrer, Präsident Jungfreisinnige Region St. Gallen-Gossau (@simonscherrer), wurde diese Idee im Kanton St. Gallen bei der Regierung eingereicht. Die Antwort ist aus liberalen, demokratischen Gesichtspunkten erschreckend:

[…] Politik und Verwaltung halten – kaum erstaunlich – auch wenig von einem Modell, in dem nicht mehr sie entscheiden, wohin die Steuergelder fliessen sollen, sondern die Steuerzahlenden selbst. Der Brief bemerkt denn auch: Es liege “nicht im Ermessen des oder der Steuerpflichtigen, […] zu entscheiden, wofür er oder sie Steuern bezahlen will.”  Continue reading

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Entgegnung zu “Goldene Ketten für die SNB”

Dass der Ständerat ohne auch nur darüber abzustimmen (es war offenbar niemand dagegen oder bereit, dagegen aufzutreten) gegen die Goldinitiative ist, hätte ich in dieser Deutlichkeit nicht erwartet.

Doch die Unwissenheit, ja schier unglaubliche Ignoranz der Politiker über Gold-Angelegenheit hat mich noch mehr geschockt. Wenn man das Wortprotokoll des Ständerats liesst, glaubt man sich auf einem anderen Planeten zu finden. Ich fasse es mit einem Zitat von Jim Cramer zusammen: “They know NOTHING!Continue reading

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Die SNB – ein Hedgefund – im Jahr 2013

Die Jahresrechnung 2013 der SNB liegt vor. Sie birgt Sprengstoff – aber nicht wegen des Goldes, sondern einiger anderer Positionen, die ins Auge stechen aber sicher nicht Schlagzeilen machen werden.

Wir entnehmen aus der Medienmittelung der SNB:

  • “Das allgemein höhere Zinsniveau führte zu Kursverlusten von 8,7 Mrd. Franken auf den Zinspapieren und -instrumenten.”
    Der Trend bei den Zinsen ist aufwärts (von 0 kann es ja nur aufwärts gehen, wenn nicht Negativzinsen eingeführt werden sollten). Continue reading

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Die Mär von der Euro-Untergrenze

Wir erinnern uns:

 

Die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und birgt das Risiko einer deflationären Entwicklung. Continue reading

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Goldinitiative: Wenig Zustimmung von der WAK

Es wird weiter munter nachgeplappert. Denken? Fehlanzeige!

Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK) empfiehlt die Goldinitiative aus SVP-Kreisen mit 10 zu 1 Stimmen bei 1 Enthaltungen zur Ablehnung. Das teilten die Parlamentsdienste am Donnerstag mit.

Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass es eine Annahme der Initiative der Nationalbank (SNB) erschweren würde, eine Geld- und Währungspolitik zu verfolgen, welche die Preisstabilität sichert und zu einer stabilen Entwicklung der Wirtschaft beiträgt, wie es in der Mitteilung heisst. Sie befürchtet zudem die Beeinträchtigung der Gewinnausschüttung an Bund und Kantone aufgrund von schlechteren Voraussetzungen für die Anlagepolitik.

Quelle: cash.ch

Ab so viel Dummheit kann man verzweifeln! Continue reading

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Bundesrat lehnt die Goldinitiative ab – weil er nichts von Gold versteht

Es war ja zu erwarten, dass der Bundesrat die Goldinitiative ablehnt. Viel interessanter ist jedoch die Begründung, welche nachgeschoben werden. Hier entlarvt sich der Bundesrat als Nachplapperer einer Nationalbank, welche nicht mehr die Landesinteressen vertritt. Zusammengefasst schreibt der Bundesrat:

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung die Botschaft zur Volksinitiative “Rettet unser Schweizer Gold (Goldinitiative)” verabschiedet. Er empfiehlt, die Initiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Die Annahme der Initiative würde die Handlungsfähigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einschränken. Sie würde es der SNB erschweren, eine Geld- und Währungspolitik zu verfolgen, welche die Preisstabilität sichert und zu einer stabilen Entwicklung der Wirtschaft beiträgt. Zudem würde die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone beeinträchtigt.

Quelle: parlament.ch Continue reading

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