Hochgelobtes Bildungssystem – schwache Resultate

Bildung ist einer jener Ausgabeposten des Staates auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene, welcher sich in einem ständigen Wachstumstrend befindet. Man müsste glauben, wir produzieren Genies im Laufmeter. Leider ist davon nicht viel zu merken. Es gibt daher ein paar Fragen, die man sich stellen müsste:

  • Wenn die finanziellen Mittel doch so punktgenau eingesetzt werden, wieso haben wir dann zu wenig Ingenieure und Führungsleute, dass wir sie im Ausland – wo das Bildungssystem sicher viel schlechter ist – rekrutieren müssen? Wieso finden diese Leute so viele offene Stellen, die doch durch motivierte Schweizer Schul- und Uniabsolventen besetzt werden sollten?
  • “Produzieren” wir die richtigen Absolventen für unsere Wirtschaft (Ich spreche nicht von jenen, die gleich in der staatlichen Obhut bleiben)?
  • Wieso ist die Jugendarbeitslosigkeit so hoch (…), wenn wir unsere jungen Mitbürger doch so ausgezeichnet aufs Leben vorbereiten?
  • Wieso haben unsere Eltern und Grosseltern es geschafft, unsere Schweiz so stark zu machen, wenn sie doch damals noch nicht über so viel Bildungsausgaben, Experten, Spezialbehandlungen, integrative Unterrichtsformen oder Tagesschulen verfügten?
  • Haben die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse (?) wirklich dazu beigetragen, dass wir nun viel besser sind und hat sich die Umsetzung im Nachhinein gelohnt? Wurde die Zielerreichung unabhängig gemessen und mit früheren Ergebnissen verglichen?
  • Welche Erfahrungen haben Länder mit anderen Systemen gemacht? Welche Lehren können wir von ihnen ableiten? Messen wir uns mit den besten und lernen wir von ihnen?
  • Welche bahnbrechenden Ergebnisse haben die vielen internationalen Studien, die nationalen Forschungsprogramme des ‘Nationalfonds’ gebracht? War das Geld gut eingesetzt? Wer wacht über jene, die diese Gelder sprechen? Wie unabhängig sind sie?
  • Welche Forschungsschwerpunkte werden von der Politik – neben dem Allerheilsmittel “erneuerbare Energien” und “Cleantech” – gesetzt?

Mit den Bildungsausgaben ist es mittlerweile wie mit den Sozialausgaben: Sie finanzieren v.a. einen bürokratischen Moloch. Das messbare, aber ständig ändernde Ziel wird immer mehr nur noch als Rechtfertigung für noch mehr Geld verwendet. Es wird Zeit, dass man auch diesen Stall einmal kräftig ausmistet und entrümpelt!

Dieses Video über das US Bildungssystem hat mich zusätzlich zum Nachdenken angeregt:

Update vom 22. Juni 2011:
Der Blog von “political hardman” verweist dazu treffend auf einen Beitrag in der NZZ: “Noch nie flossen so viele Milliarden in die Forschung, noch nie wurden so viele Studien publiziert – und noch nie kam so wenig dabei heraus wie heute.

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