Der weiterentwickelte Hof – ein Drama in vier Reformen

Es war einmal ein Bauer. Willy hiess er. Er hatte einen Hof, 65 Kühe, seine Frau Vreneli, einen anständigen und allseits respektierten Fuhrpark, war glücklich, zufrieden und wohlhabend. Dann kam die Wende auf dem Milchmarkt: Milch kam ausser Mode. Er wusste nicht wie weiter und suchte Rat bei seinem Knecht Christian. Christian empfahl im Rahmen des Fitnessprogramms “Farm95” einen Teil der Kühe zu verkaufen. Es blieben noch 42. Der Milchertrag war noch gut.

Nach der Jahrtausendwende kam Christian mit glänzenden Augen zu Willy und legte sein neues Konzept “FarmXXI” auf den Tisch. Er hatte es zusammen mit Vreneli in vielen Nachtstunden entwickelt. Radikal sollte mit der Vergangenheit abgeschlossen werden. Statt in Futter sollte das Geld lieber für anderes ausgegeben werden. Vreneli lud von da an viele Leute zu sich ein, baute eine Solaranlage auf das Dach und gab Geld an alle die sie um Geld fragten. Der Schuldenberg wuchs. Continue reading

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Dem Ausland ausgeliefert, wegen Gazprom – Danke, Eveline #NOT

Nun sind wir also bereits soweit in der Schweiz, dass man sich nur schon durch die Auswahl seiner Aktienpositionen suspekt macht. Heute habe ich von der Swissquote Bank SA folgende Nachricht erhalten, die sich auf meine gehaltenen Aktien Aktienrechte (American Depositary Receipt) OAO GAZPROM ADR des russischen Gasriesen Gazprom bezieht. Leider war es mir nicht möglich, direkt die Aktien des Unternehmens (z.B. in Moskau) zu kaufen.

“Das oben genannte und von Ihnen in Ihrem Konto gehaltene Produkt unterliegt ausländischen Handelsbestimmungen. Diese Bestimmungen wurden von ausländischen Behörden zur Überwachung der Finanzmärkte, zum Schutz gegen Steuerhinterziehung oder aus einem anderen Grund erlassen.”

Da hätten wir also den Generalverdacht, dem ich mich durch den Kauf dieses Produkts aussetze! Wieso kann Swissquote nicht auf diese “Bestimmungen” und dem Abkommen, womit die Schweiz sich diesem ausländischen Recht unterstellt hat mit einem Link verweisen? Continue reading

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Peter Regli – unwissend? ferngesteuert? verblendet?

Peter Regli, Divisionär ausser Dienst (a D), ehemaliger Unterstabschef Nachrichtendienst der Schweizer Armee (USC ND), ehemaliger Leiter des Nachrichtendienstes der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen, ehemaliger Assistent in der Schweizer Botschaft in Stockholm, von Bundesrat Adolf Ogi in die Wüste geschickt und später vollständig rehabilitiert (wikipedia), zweifelsfrei hoch intelligent, multilingual (u.a. russisch und chinesisch), unterhaltsam, fesselnd, eloquent, für die gute Sache einstehend und sich für die Schweiz einsetzend. Peter Regli versteht es, seine Zuhörer um den Finger zu wickeln und sie für sich zu gewinnen. Man kann ihn locker als Concierge, Moderator und Showmaster einsetzen. Gekonnt springt er von einer Sprache zur anderen und ist dabei stets bestrebt, es allen recht zu machen und niemanden zu vergessen. Alle haben den Applaus verdient – aber er bitte zuletzt. Ja, so kennt und schätzt man ihn.

Seit über zehn Jahren hält Regli überall in der Schweiz seine Vorträge zur sicherheitspolitischen Lage. Man sagt von ihm, dass er auch heute noch über gute und kameradschaftliche Verbindungen zu anderen Nachrichtendiensten (oder umgangssprachlich “Geheimdiensten”) pflege und so an hervorragende Informationen kommen könne. Was er sagt, muss also stimmen – wer will schon einem ehemaligen höchsten Nachrichtenoffizier der Schweizer Armee widersprechen wollen?

Nun, ich tue es.

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Armeediskussion: “Reihen schliessen” – das falsche Rezept

Verordnete Einigkeit ist der falsche Weg in der aktuellen WEA-Diskussion. Es braucht die ehrliche Auseinandersetzung mit den Kritikern.

Die Ablehnung des Gripen steckt vielen Offizieren, aber auch dem VBS, noch in den Knochen. Zum ersten Mal versenkte das Volk eine Militärvorlage und die GSoA durfte von einem Durchbruch sprechen. Viele machten sich Gedanken zu den Gründen für diesen “Absturz”. Als einer der Hauptgründe wird genannt, dass die “Reihen der Armeebefürworter nicht geschlossen” waren. Richtig. Es gab aber auch prominente Militärorganisationen, die sich einem “Maulkorb-Diktat” unterwarfen und sich mit Kritik an der Argumentationslinie zurückhielten.

Doch ist dieser Grund (zusammen mit den “Kommunikationspannen” und dem Wechsel der Leadpartei [vgl. offizielle Begründung der Kampagnenleitung für das Scheitern]) nicht nur notwendig, sondern auch hinreichend? Und sind dies wirklich die wichtigsten Lehren aus dem Abstimmungskampf für die Zukunft?

Ich fürchte NEIN. Continue reading

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Das Gold-Gschichtli der SNB

Dem Jahresbericht 2014 der SNB entnehmen wir ab Seite 63:

Lagerung der Goldreserven Gemäss Art. 99 Abs. 3 der Bundesverfassung hält die Nationalbank einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold. Die Nationalbank gab im Frühling 2013 bekannt, dass sie 30% des Goldes ausserhalb der Schweiz lagert, und dies seit über zehn Jahren ausschliesslich in Grossbritannien (20%) und Kanada (10%).

Die Vorsorge für den Krisenfall war für die Nationalbank seit jeher ein massgebendes Kriterium für die geografische Aufteilung ihrer Goldreserven. Für die Goldlagerung kommen daher nur Länder mit besonders stabilen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen in Frage. Zusätzlich müssen auch rechtliche Bedingungen wie die Immunität für Zentralbanken erfüllt sein, damit jederzeit über das Gold verfügt werden kann. Ausserdem sollten die Standorte einen liquiden Goldmarkt aufweisen, so dass bei Bedarf rasch Gold gekauft oder verkauft werden kann. Continue reading

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Vieles wird teurer doch das Deflationsgespenst bleibt am Leben

Die SNB wird nicht müde, uns vor der bösen Deflation zu warnen und die Inflationserwartungen tief zu halten:

SNB: «Deflationsrisiken nochmals zugenommen» – Handelszeitung, 11.12.14

Mittelfristige Inflationserwartungen weiterhin
tief und stabil – SNB, 4. Quartalsheft 2014, Seite 22

Wo die Preise 2015 überall aufschlagen, hat der Blick recherchiert: Continue reading

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Weltwoche nimmt Blogbeitrag zu Gold von unbequemefragen.ch auf

20141015 20141016 WW Nr 42-14 S34ff RaubgoldDa habe ich nicht schlecht gestaunt, als sich Markus Schär von der Weltwoche vorgestern Abend bei mir über Twitter gemeldet und verkündet hat, dass er bei seinem Artikel über die Goldverkäufe der SNB sehr prominent meinen Blogbeitag zitiert. Nochmals herzlichen Dank @SchaerWords!

Wer die Weltwoche nicht abonniert hat, findet den Beitrag als PDF – exklusiv – hier bei mir: Raubgold (Weltwoche Nr. 42/14, Seite 34ff).

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Bewiesen: Die SNB verkaufte Gold, welches bei der Fed gelagert war

Endlich kommt der Beweis für meine Vermutung!

Die SNB hat heute – parallel zur Propaganda des Bundesrats – ein Dokument “Goldinitiative – häufig gestellte Fragen” (PDF) ins Netz gestellt und dabei sogar interessante Fakten preisgegeben. Konkret geht es um die Frage: Welches Gold wurde damals zwischen 2000 und 2008 genau verkauft – wo war dieses gelagert?

Heute steht fest, dass zumindest ein Teil davon bei der US Fed (einer Privatbank mit offiziellem Anstrich) gelagert war. Auf Seite 6 gibt die SNB zu:

Seit wann lagert die SNB kein Gold mehr in den USA? Wurde das Gold im Zusammenhang mit Verkäufen abgebaut oder wurde Gold zurückgeholt?
Die 30% des Goldbestandes der SNB, die im Ausland gelagert sind, sind auf zwei Länder verteilt: 20% der Goldreserven werden bei der Zentralbank in England gelagert, 10% bei der Zentralbank von Kanada. Die SNB hat seit über zehn Jahren Gold ausschliesslich in diesen zwei Ländern gehalten. Die früher bei der Fed in den USA gelagerten Bestände wurden anlässlich der Goldverkäufe abgebaut.

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Geopolitischer Fehler 2. Art – extended version

Wohin man schaut: In allen – auch militärischen – Zeitschriften werden seit Monaten Beiträge publiziert, welche im aktuellen Ukraine-Konflikt, dem russischen Präsidenten Putin den schwarzen Peter zuschieben. Da wird vom Propagandakrieg gesprochen, von Provokationen der russischen Luftwaffe an Russlands (sic!) Grenze und von der “Annektierung” der Krim. Die Texte strotzen nur so von negativ konnotiertem Vokabular. Penetrant wird uns eingetrichtert, wen wir zu fürchten hätten. Es ist wie früher: Der Feind kommt aus dem Osten und der Westen verteidigt Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Herrlich – endlich wieder eine Welt, die dem gängigen Stereotyp entspricht und welche noch genug gut in den Köpfen verankert ist. Viele fühlen sich bestätigt. Die “Stahlhelm-Fraktion” aus dem Kalten Krieg ist wieder da.

Die Frage ist nur: Liegen wir mit dieser Einschätzung richtig? Sitzt der Aggressor wirklich in Moskau? Oder wird uns hier ein (russischer) Bär aufgebunden? Zweifel sind nicht nur angebracht, sondern sind besonders für uns neutrale Schweizer Pflicht!

Wieso ist das überhaupt wichtig?

Es könnt ja gut, sein, dass wir einem “sicherheitspolitischen Fehler zweiter Art” unterliegen – d.h. die uns präsentierte Stichprobe an Informationen (Auswahl und Inhalt der Medienberichte, allenfalls auch der Nachrichtendienste) führt uns in der Analyse zu einem falschen Schluss. In unserem Fall wäre das besonders fatal: Dann wären wir nicht etwa von einem “Speckgürtel an Freunden”, sondern von einem aggressiven Angriffs-Bündnis umgeben. Continue reading

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Die Rahn-Kurve und die Sicherheit

Im monatlichen Marktkommentar von Marc Faber steht dieses Mal auf Seit 5ff das Konzept der Rahn-Kurve – ein faszinierendes Konzept.

RahnCurveEs geht darum, das Optimum bezüglich Staatsausgaben anzustreben. Bei 0% wie auch 100% Staatsaktivität am BIP ergibt sich beide Male kein Wachstum – einmal hätten wir Anarchie, beim anderen Mal Etatismus. Das Optimum liegt also irgendwo dazwischen.

“As government begins to rise from zero percent of GDP, initially it spends to protect life, liberty and property; as this happens the economy surges. When government makes people safe, enforces contracts, protects liberty and enforces property rights great things begin to happen. As government continues increasing, it next spends on infrastructure. Such spending further accelerates economic growth. It is clear that a little government does a lot of good. At this point government’s share of GDP is between 10% and 20%.”

Quelle: gloomboomdoom.com

Die Theorie wird von der Empirie gestützt. Continue reading

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